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Kind aus Dorsten zu Tode misshandelt? Der Angeklagte bestreitet

Prozess am Landgericht in Münster

Anfang 2016 starb ein dreijähriger Junge aus Dorsten-Wulfen an den Folgen schwerster Hirnverletzungen. Seit Dienstag steht der Ex-Freund der Mutter vor Gericht. Der Olfener bestreitet jegliche Gewaltanwendung.

Münster/Olfen/Dorsten

, 15.05.2018
Kind aus Dorsten zu Tode misshandelt? Der Angeklagte bestreitet

Seit Dienstag steht der Olfener vor Gericht. © Jörn Hartwich

Der 33-Jährige hatte 2015 eine Frau aus Dorsten-Wulfen kennengelernt. Die beiden wurden ein Paar, trafen sich mal in ihrer Wohnung, mal in seiner. Zu ihrem Kind konnte er allerdings bis zuletzt keine richtige Beziehung aufbauen. „Ich glaube, mein Sohn hatte sogar Angst vor ihm“, sagte die 28-Jährige als Zeugin vor dem Schwurgericht Münster.

Schreckliche Vorwürfe

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind schrecklich. Ihr Ex-Freund soll den Kopf des Dreijährigen im Januar 2016 vor einen harten Gegenstand geschlagen haben – möglicherweise auf die Bodenfliesen seines Badezimmers. Der Junge verlor sofort das Bewusstsein, vier Tage später war er tot.

Es war das erste Mal, dass der 33-Jährige mit dem Kind alleine war. Seine Partnerin war nur schnell von Olfen nach Datteln gefahren, um noch etwas zu essen zu kaufen. Ihr Sohn hatte schon geschlafen, war aber offenbar noch einmal wach geworden. „Er musste Pipi“, sagte der Angeklagte den Richtern. „Dann ist er gestürzt und hat sich nicht mehr bewegt.“

Herzmassage versucht

Um ihn wieder zu Bewusstsein zu bringen, habe er ihn kalt abgeduscht und eine Art Herzmassage versucht. Die Sturz-Version ist allerdings umstritten. Die Rechtsmediziner, die den Jungen obduziert haben, sind sich sicher, dass die schweren Kopfverletzungen nicht durch einen Sturz auf den Fußboden passiert sein können. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge.