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Wie die Nahversorgung in Barkenberg funktionieren kann

Vergleich mit Jülich-Barmen

Was geht in Barkenberg in Sachen Nahversorgung und was geht nicht? Darüber informierte der Verein Dimker Markt e.V. im ehemaligen Edeka-Markt.

WULFEN-BARKENBERG

von Von Sabine Bornemann

, 01.06.2012

Am Donnerstag lud der Verein Dimker Markt e.V. in den ehemaligen Edeka-Markt am Barkenberger Handwerkshof ein, um über die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für ein künftiges Nahversorgungszentrum zu informieren. Die Initiatoren Martin Grewer und Rüdiger Kühn hatten einen erfahrenen Projektleiter für den Aufbau von solchen Bürgerläden mit der Analyse der Ausgangslage im nördlichen Barkenberg beauftragt: Jürgen Spelthann stellte zur Einführung das DORV-Zentrum in Jülich-Barmen vor. Die Abkürzung DORV steht dabei für „Dienstleistung und Ortsnahe Rundum Versorgung“. Im Ortsteil Jülich-Barmen gab es mehrere Jahre lang keinen Laden für den täglichen Bedarf mehr. Auch Bank und Arztpraxis hatten geschlossen. Heute läuft dort unter einem Dach ein Lebensmittelladen, ein Bankautomat und eine stundenweise besetzte Arztpraxis. Es wurden sogar DORV-Aktien ausgegeben und die Bürger haben sie gekauft und tragen durch die vielfältige Nutzung des Angebotes auch wesentlich zur Wertsteigerung bei.Die größten Gewinne erzielt dieses DORV-Zentrum durch den Verkauf von Frischfleisch aus der Region. Der Laden ist an 360 Tagen im Jahr geöffnet, schon morgens um 6 Uhr, und auch Dienstleistungen wie ein Bügelservice, ein Reisebüro oder eine Filiale vom weit entfernten Straßenverkehrsamt wurden integriert. Außerdem gibt es noch ein gemütliches Café, in dem z.B. Lesungen stattfinden. Dieses Angebot entsprach genau den Wünschen der Bevölkerung vor Ort. Aber es ist natürlich nicht einfach auf Barkenberg zu übertragen: Welche Bedürfnisse hier vorliegen, soll demnächst in einer Haustür-Umfrage detailliert herausgefunden werden. Gut 120 interessierte Bürger erfuhren von Jürgen Spelthann, dass ein Nahversorgungszentrum im alten Edeka-Laden am Handwerkshof nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich gut funktionieren kann. Voraussetzung ist lediglich, dass die Bürger ihren Einkauf von Nahrungs- und Genussmitteln, den sie sowieso jeden Tag brauchen, dann hier tätigen, um das Zentrum zu stärken. Die Lebensmittelpreise würden nicht teurer als in Supermärkten sein. Die Auswahlpalette wäre sicher kleiner, z.B. je ein Billigprodukt und ein Markenprodukt, so wie in Jülich-Barmen. Aber die Qualität wäre ganz anders als beim Discounter - durch regionale Frische und die Kombination mit Dienstleistungen und Aufenthaltsqualität. Das Zentrum muss so gestaltet werden, dass es die Menschen anlockt. Und es muss wachsen - alles auf einmal wird man nicht starten können. Einkalkuliert sind bei der Wirt-schaftlichkeitsprüfung zwei Vollzeitstellen und (mindestens) zwei Minijobs plus ehrenamtliche Helfer. Es kamen sofort Vorschläge, wie man ortsnahe Anbieter einbeziehen könnte, z.B. Obst und Gemüse von hiesigen Bauern, ein Lieferservice für Lebensmittel, ein Postschalter, eine Ladestation für E-Bikes oder eine Reparaturwerkstatt. Am Ende der Versammlung hatten sich 15 Leute bereit erklärt, die Barkenberger an der Haustür nach ihren persönlichen Wünschen zu befragen. Auf diese Ergebnisse darf man gespannt sein.

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