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Wir vergeben Note 2,9 für Windräder in Lembeck

Schmuckstück oder Schandfleck

DORSTEN In unserer Serie "Schmuckstück oder Schandfleck" haben wir die Windräder in Lembeck-Wessendorf genauer unter die Lupe genommen und vergaben die Durchschnittsnote 2,9. <b>Doch was sagen Sie zu den weißen Riesen?</b>

von Von Klaus-Dieter Krause

, 13.08.2010
Wir vergeben Note 2,9 für Windräder in Lembeck

Die einen sagen so, die anderen so: Optisch sind die Windkraftanlagen in Lembeck-Wessendorf Geschmacksache.

Zur heutigen Folge unserer „Schmuckstück-oder-Schandfleck-Aktion“ geht es weit hinaus aufs Land: Die Objekte des Anstoßes drehen sich in Lembeck-Wessendorf und auch anderenorts im Stadtgebiet – dort bringt der Anblick von Windrädern manchen Kritiker zum Rotieren.

„Verspargelung der Landschaft“ heißt das Schlagwort, mit dem Gegner gegen die Ausbreitung von Windkraftanlagen zu Felde ziehen. Obwohl unbestritten ist, dass Deutschland in den kommenden Jahrzehnten auf regenerative Energiequellen angewiesen sein wird, lehnen viele Gegner die „weißen Riesen“ kategorisch ab: „Die gehören in die Einöde oder hinaus ins Meer, wo der Wind richtig pfeift, aber nicht mitten in unsere Kulturlandschaft“, argumentieren sie. Denn um ihre Funktion erfüllen zu können, haben die modernen Windmühlen eines gemeinsam: Sie brauchen Standorte, wo sie weithin zu sehen sind. Und nicht jedem entlockt dieser Anblick Entzückensrufe.

Trotzdem scheint der Elan der Initiativen, die sich den Kampf gegen Windräder zum Ziel gesetzt haben, inzwischen etwas zu erlahmen. Sei es, dass mancher Gegner resigniert, weil der Siegeszug der Windkraft nicht zu stoppen ist, sei es, dass viele den Windkraftzonen-Kompromiss akzeptiert haben oder sich ganz einfach an den Anblick gewöhnten – der Windkraft bläst heute weniger Gegenwind entgegen. Unser Reporter-Team, das wieder die erste Wertung vornimmt, geht sogar noch einen Schritt weiter. Ganz abgesehen von der umweltfreundlichen Energiegewinnung wird auch das Bauwerk an sich nicht als hässlich empfunden: „Im Vergleich zu den Starkstrommasten, über die sich die Leute auch nur dann aufregen, wenn eine neue Leitung gebaut werden soll, sind die schlanken Windräder doch geradezu ästhetisch.“ So ergab sich nach der Stimmabgabe von vier Reportern die Durchschnittsnote 2,9. Wohlgemerkt: Bewertet wurden dabei nicht Geräuschbelastung oder Schlagschattenwurf auf angrenzende Gebäude, sondern der Anblick in der freien Lembecker Landschaft.

 

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