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Dorstens Schalke-Fans geraten ins Grübeln

Fußball

Es herrscht Unfrieden bei den Knappen. Seit Schalkes Trainer und Manager Felix Magath den Vorsitzenden des Fan-Club-Dachverbandes Rolf Rojek als Fan-Beauftragten abgesägt hat, brennt es unter dem Arena-Dach. Der Krach geht auch an den heimischen Fan-Clubs nicht vorbei, bei denen Magath momentan eher kritisch beäugt wird.

DORSTEN

von Von Ralf Weihrauch

, 19.08.2010
Dorstens Schalke-Fans geraten ins Grübeln

Felix Magath und die Fans - derzeit kein ungetrübtes Verhältnis.

„Es ist nicht gut, wenn alles in einer Hand ist“, sagt Hartmut Grzeski von den Schalker Wölfen Wulfen. Irgendwann sei Magath weg, hinterlasse dann einen Scherbenhaufen und keiner wisse, wo er anfangen soll. Grzeski befürchtet, dass die Fans aufs Abstellgleis geschoben werden: „Die heben die Kartenpreise für einen Sitzplatz von 29 auf 40 Euro an und wir können nichts machen.“ So verliere der S04 sicherlich Freunde bei den Arbeitern.

Grzeski und auch die anderen sehen außerdem ein großes Problem bei der Kartenverteilung: „Der Vertrag zwischen Club und dem Dachverband über die Kartenkontingente ist ausgelaufen. Jetzt können die Fanclub-Mitglieder keine Tickets mehr über den Verband bekommen“, erklärt Maik Jänicke von den Schalker Falken Raesfeld Erle. Jeder Einzelne müsse sich nun anstellen. Das sei aber "nicht das Schlimmste“, sagt Jänicke: „Ich befürchte dass der Dachverband dadurch in eine Krise gerät und die einzelnen Clubs auseinander driften. Dagegen müssen wir was tun.“ Den offenen Brief, den die Fan-Clubs an Felix Magath geschickt haben, kennt Jänicke: „Ich habe ihn vorliegen und werde ihn auch nach Rücksprache mit dem 2. Vorsitzenden unseres Clubs unterschreiben.“

An eine Revolte oder gar eine Abkehr vom FC Schalke 04 denkt keiner der Clubs, auch nicht Werner Heistermann von den Königsblauen Schermbeckern. Allerdings hält er die Machtkonzentration ebenfalls für falsch: „Beim FC Schalke sollte kein Mensch so viel Macht haben, wie Magath es will. Ich kenne Rolf Rojek und kam gut mit ihm klar. Wie das über die Bühne gegangen ist, das finde ich nicht gut.“ Auch Heistermann sieht Probleme bei den Tickets: „Im Prinzip geht es ja auch immer um Karten. Jetzt könnte der Verein selber bestimmen, was mit den Karten passiert.“

Klaus Grochocki von den Euro-Fightern in Holsterhausen sieht es nun als Glücksspiel an, ein Ticket zu bekommen: „Man kriegt nur über Beziehungen eine Karte. Selbst bei Auswärtsspielen ist das schwer.“ Grochocki sieht Magath fast schon als Diktator: „Er kann alles bestimmen. Allerdings hat er auch noch Erfolg. Die Sache mit Rojek kann man nur als Retourkutsche sehen, auf die Verweigerung der Clubs, Magath noch mehr Macht einzuräumen.“ Der Holsterhausener und auch die anderen Fans setzen alle Hoffnungen auf ein Gespräch: „Die Fanclubs und Magath wollen sich wohl ganz schnell zusammensetzen. Ich hoffe, dann kommen alle wieder aufeinander zu.“