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16-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt und geständig

Anklage nach tödlichem Messerstich in Hörde

Ende Februar erstach eine 16-Jährige eine 15-Jährige in einem Parkhaus im Stadtteil Hörde. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags erhoben. Die Verteidigung der 16-Jährigen rechnet mit einem „unstrittigen Verfahren“ .

DORTMUND

, 13.06.2018
16-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt und geständig

Nach der Tat in dem Hörder Parkhaus gab es dort kurz einen Gedenkort. Er wurde dann verlegt. © Oliver Schaper

Zuletzt hatten alle auf ein Gutachten gewartet: Ein Gutachten über die 16-Jährige, die am 23. Februar, einem Freitagabend, in einem Hörder Parkhaus ein Messer zog und eine 15-Jährige tödlich verletzte. Das Gutachten erreichte letzte Woche die Dortmunder Staatsanwaltschaft und die Verteidigerin des Mädchens, jetzt ist Anklage erhoben worden. Wegen Totschlags, das ist das wesentliche Delikt. Dass die 16-Jährige verbotenerweise ein sogenanntes Butterfly-Messer dabei hatte und bei der Festnahme renitent war, ist zwar auch Teil der Anklage, dürfte aber vor der Jugendkammer des Landgerichtes eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Kerngeschehen ist relativ klar

Das Kerngeschehen dieses so schrecklich aus dem Ruder gelaufenen Freitagabends ist relativ klar, es ist durch Videoaufnahmen belegt: Wegen einer Nichtigkeit gab es zwischen den beiden Mädchen eine handgreifliche Auseinandersetzung. Als die schon fast beendet war, eskalierte die Situation vor Ort erneut, vermutlich wegen eines Flecks auf der Hose der Täterin. Sie zog ein Messer und stach damit zu. Der Stich traf das Herz, die 15-Jährige brach in einem Treppenhaus zusammen. Hier fanden sie alarmierte Rettungskräfte, das Mädchen war alleine - und starb später im Krankenhaus.

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Rechtsanwältin Henriette Lyndian vertritt die 16-Jährige vor Gericht. „Sie hat die Tat weitgehend eingeräumt“, so Lyndian. Die Verteidigerin geht davon aus, dass es „eine unstrittige Verhandlung“ wird. Aufgrund der juristischen Vorgeschichte der 16-Jährigen geht Lyndian von einer Freiheitsstrafe aus, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Das Mädchen war schon vor der Tat Ende Februar gewalttätig geworden.

„Wenn man etwas Positives finden will“, so Lyndian, „dann ist es vielleicht, dass sie in der Haft begonnen hat, zur Schule zu gehen.“ Einen Schulabschluss, so die Anwältin weiter, hätte die 16-Jährige in Freiheit wohl eher nicht gemacht.

Das Verfahren wird vermutlich noch im August, vielleicht auch erst im September beginnen. Aufgrund des Alters der Tatverdächtigen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

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