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162 Kinder aus Familien geholt

Jugendamt Dortmund

DORTMUND Wenn es daheim nicht mehr zum Aushalten ist, greift der Staat ein. Von den Jugendämtern im Land wurden im vergangenen Jahr 9932 junge Menschen vorläufig unter Schutz gestellt. In Dortmund waren es fast 500 Kinder und Jugendliche.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 01.08.2010

Im Land stieg die Zahl um 6,3 Prozent. Damit erreichten die Fälle der unter Schutz gestellten Kinder und Jugendlichen in NRW einen neuen Höchststand. Dieser Negativ-Trend macht auch vor Dortmund nicht Halt. Vor allem bei den Jüngsten scheinen familiäre Missstände größer zu werden.

Musste das Jugendamt 2008 noch 149 Kinder bis zum einschließlich zwölften Lebensjahr in Obhut nehmen und in eine Bereitschafts-Pflegefamilie geben (wie es amtlich heißt), waren es vergangenes Jahr schon 162 Kinder, davon 91 Jungen. Bodo Weirauch, Abteilungsleiter im Jugendamt u. a. für Erziehungshilfen, weiß, dass der überwiegende Teil der betroffenen vernachlässigten Kinder nicht einmal sechs Jahre alt war. „Durchschnittlich 52 Tage bleiben sie in der Bereitschafts-Pflegefamilie“, so Weirauch.

Es könne aber sein, dass Kinder und Jugendliche wiederholt aus ihren eigenen Familien genommen werden müssten. In der Gruppe der 13- bis 17-Jährigen blieben die Zahlen konstant: 2008 griff das Jugendamt 335 Mal ein, 2009 holte es 333 Jugendliche aus problematischen Hausverhältnissen. Für solche Fälle stehen in Dortmund insgesamt 20 Pflegefamilien mit 34 Plätzen in Bereitschaft. Anlässe, Kinder und Jugendliche der eigenen Familie wegzunehmen, sind häufig Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils, die Vernachlässigung des Kindes, Beziehungsprobleme oder Anzeichen für Misshandlungen und Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Aber es können auch Integrationsprobleme im Heim oder in der Pflegefamilie sein.

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