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19 Hausärzte als Rückgrat

EVING Die Sorge der Evinger SPD, dass es zu wenig Ärzte im Stadtbezirk gibt, teilt die Ärztekammer nicht. 19 Hausärzte bilden hier für rund 36 000 Bewohner das "Rückgrat" für die Gesundheit.

19.08.2008

Die Verwaltung soll die Absicherung der medizinischen Versorgung im Stadtbezirk prüfen und darüber in der Bezirksvertretung berichten: Das fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag, den sie damit begründet, dass es immer weniger praktizierende Mediziner in Eving, Brechten, Holthausen, Lindenhorst und Kemminghausen gebe.

Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Andreas Daniel von der Ärztekammer diesen Eindruck nicht. Im Stadtbezirk Eving herrsche zurzeit und wohl auch in naher Zukunft kein Ärztemangel. Rein rechnerisch seien 17 Hausärzte erforderlich, tatsächlich praktizierten 19, von denen auch nur zwei älter als 60 sind. "Das ist mit elf Prozent wenig, sieht man sich zum Beispiel die Zahlen in der Nordstadt an, wo 32 Prozent der Ärzte die 60-Jahresgrenze überschritten haben", sagt Daniel. Auch bei den Fachärzten gebe es keine akute Unterversorgung. Hier sei es auch üblich, dass Patienten mit Bus, Bahn oder Auto zur Behandlung fahren würden.

Bis zum 68. Lebensjahr

Ärzte dürfen zurzeit bis 68 Jahre praktizieren. "Es ist von der Regierung angedacht, diese Altersgrenze aufzuheben, aber irgendwann können auch Mediziner nicht mehr", meint Andreas Daniel.

Wie es um die weitere Zukunft im Stadtbezirk Eving bestellt ist, bleibt abzuwarten. "Generell sieht es so aus, dass Mediziner Geld verdienen müssen, und junge Ärzte haben viele Wahlmöglichkeiten in der kreisfreien Stadt Dortmund", klärt Daniel auf. "Da suchen sie sich, wenn sie sich niederlassen, sicherlich nicht die schwächer strukturierten Gebiete aus."

Die Gesetzeslage ist wie folgt: Wenn ein Arzt seine Praxis in Eving schließt, muss ein Nachfolger nicht am selben Ort tätig werden, sondern kann wählen.

Privatpatienten

Mit Blick auf die Privatpatienten - im Bundesdurchschnitt etwa zehn Prozent - werde ein junger Mediziner wahrscheinlich nicht gerade den jeweiligen Stadtteil ohne oder nur mit wenigen Privatpatienten aussuchen, vermutet Andreas Daniel.

Petra Frommeyer

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