Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

19-Jähriger hat Erfolg mit Online-Petition - 100.000 Unterstützer

BVB will zurück zu Mehrwegbechern im Stadion

Seit drei Jahren gibt es Getränke im Signal Iduna Park nur noch in Einwegbechern. Ein Fehler, kritisierten Umweltschützer. Doch Borussia Dortmund blieb bei seiner Entscheidung. Jetzt gibt es ein Umdenken im BVB – dank eines 19-Jährigen.

DORTMUND

, 07.06.2018
19-Jähriger hat Erfolg mit Online-Petition - 100.000 Unterstützer

Die alten Mehrwegbecher des BVB waren beliebte Andenken unter den Fans. Sie wurden 2015 zugunsten von Einwegbechern abgeschafft. Nun will der BVB erneut ein Mehrwegsystem im Stadion einführen. © Dieter Menne

Dede steht in der Gartenlaube, „Kehli“ wartet im Partykeller, Barrios versteckt im Küchenregal: Jahrelang waren die Mehrwegbecher des BVB beliebte Andenken unter den Fans, viele verzichteten auf das Pfand und nahmen die Becher mit den Spielerkonterfeis mit nach Hause.

Bis zur Saison 2015/16. Da beschloss der Verein, auf ein Einwegsystem bei den Getränken umzusteigen. Die Rückgabe-Logistik der alten Becher sei zu aufwendig, ihr Spülen verbrauche viel Wasser, außerdem seien sie ein zu gefährliches Wurfmaterial, hieß es damals. Seitdem gab es das Bier in Bechern aus Biokunststoff.

Nun, drei Jahre später, kündigte Borussia Dortmund am Donnerstag die Rolle rückwärts an: Man hinterfrage die 2015 getroffene Entscheidung mittlerweile. „Wir sind bereit, den Weg zu Mehrweg zu gehen, um etwas anzustoßen“, lässt sich BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer in einer Pressemitteilung zitieren.

100.000 Unterschriften für Mehrwegbecher

Entscheidend dazu beigetragen hat Nick Heubeck. Der 19-jährige Franke studiert Kommunikationswissenschaften und Politik in Bamberg. Was passend ist, hat er doch nun mit einer Kommunikations-Kampagne die Politik eines der größten Vereine Deutschlands verändert.

Im Dezember startete Heubeck eine Online-Petition, in der er die Rückkehr der Mehrwegbecher im BVB-Stadion forderte. Er kritisierte die enormen Müllberge nach jedem Spiel und forderte den BVB auf, als gutes Beispiel für andere Vereine voranzugehen und auf Einwegbecher zu verzichten. Fast 100.000 Menschen unterschrieben sie bislang.

Die Deutsche Umwelthilfe, seit Jahren ein scharfer Kritiker der Einwegsysteme in Deutschlands Stadien, erkannte im Februar die Zugkraft der Petition und unterstützte sie aktiv. Am Mittwoch vergangener Woche überreichte Heubeck nun die Petition in Dortmund, bei einem Treffen mit Carsten Cramer.

„Es war ein sehr offenes, freundliches Gespräch“, erzählt Neubeck unserer Redaktion. „Die Aussagen von Herrn Cramer waren so eindeutig, dass er eigentlich gar nicht mehr anders kann, als Mehrweg einzuführen“, sagt Thomas Fischer von der Umwelthilfe, der ebenfalls bei dem Gespräch dabei war.

Möglichst fanfreundlich

Alle Beteiligten verständigten sich darauf, „ab sofort in einen Dialog einzutreten, an dessen Ende die Umstellung auf ein Mehrwegbecher-System stehen soll“, heißt es in der BVB-Pressemitteilung.

Zuvor gibt es aber noch viele Fragen zu beantworten: Das neue System muss nicht nur ökologisch sein und Sicherheitsanforderungen genügen, sondern auch so fanfreundlich wie möglich sein. So sollen etwa die langen Schlangen vor den Rückgabestationen vermieden werden, die es beim ersten Mehrwegsystem im Stadion gegeben hatte. Dazu habe sich der BVB schon Gedanken gemacht, verrät Fischer: „Eine Idee ist, das Becherrückgabe-System auf die Kneipen in der Umgebung des Stadions zu erweitern.“

Noch kein Termin für die Umstellung im BVB-Stadion

Wann die Rückkehr zu Mehrweg vonstattengehen soll, ist hingegen noch unklar. Das Thema sei sehr komplex, sagt ein BVB-Sprecher auf Nachfrage, deshalb habe man bewusst vermieden, einen Zeitrahmen zu nennen.

Nick Heubeck wünscht sich die Umstellung naturgemäß so schnell wie möglich, sagt aber auch: „Es wird sicher ein paar Monate dauern, bis man eine Lösung für alle Probleme findet.“

„Die spielen nicht auf Zeit“

Auch Thomas Fischer ist optimistisch: „Die Umstellung dauert auf keinen Fall mehrere Jahre.“ Er glaubt an den festen Willen des BVB zur Umsetzung: „Die spielen nicht auf Zeit.“

Der BVB war laut Umwelthilfe in der Saison 17/18 der deutsche Müllmeister mit 1,5 Millionen weggeworfenen Bechern. In der 1. und 2. Bundesliga wurden 11,5 Millionen Einwegbecher verbraucht. Aktuell nutzen 15 der 36 Vereine Einwegsysteme.
Lesen Sie jetzt

PETA veröffentlicht Stadion-Ranking für Veganer

BVB in Sachen veganem Essen im Stadion im Mittelfeld

In der Bundesliga ist Borussia Dortmund diese Saison auf Platz drei gelandet. Doch wenn es um die Stadien geht, die am besten für Veganer sind, ist der BVB nur Mittelfeld. Der Sieger des entsprechenden

Lesen Sie jetzt