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36-Jährige starb auf dramatische Weise

Schweinegrippe

DORTMUND Es ist ein besonders tragischer Fall von Neuer Influenza: Eine 36-jährige zweifache Mutter ohne Vorerkrankung starb am Donnerstag im Klinikum Dortmund am H1N1-Virus - und das innerhalb weniger Stunden.

von Von Oliver Volmerich

, 11.12.2009
36-Jährige starb auf dramatische Weise

Das Klinikum Dortmund an der Beurhausstraße.

Am Dienstag (8.12.) hatte sich die 36-jährige bei ihrem Hausarzt auf den Schweinegrippe-Virus testen lassen. Der Test fiel positiv aus, wie sich am Tag danach herausstellte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die junge Mutter bereits wegen akuter Atemnot ins Klinikum Dortmund begeben. "Sie kam am Mittwochmorgen zu Fuß zu uns", berichtet der Oberarzt der Intensivstation im Klinikumzentrum Mitte, Dr. Ingolf Eichler. 

Innnerhalb kurzer Zeit landete sie auf der Intensivstation. "Sie hatte nicht mehr die Kraft, selbst zu atmen", schildert der Mediziner den dramatischen Verlauf der Krankheit. "Ihr Zustand verschlechterte sich innerhalb weniger Stunden rapide." Doch auch das Anschließen an eine Herz-Lungen-Maschine konnte ihr Leben nicht retten.  Denn zu den Krankheitssymptomen der Neuen Grippe kamen eine Streptokokken-Infektion und schließlich eine schwere Blutvergiftung, "Wenn die Schleimhäute erst einmal angegriffen sind, können sich dort bakterielle Erreger durchsetzen, die sonst keine Chance haben", erklärt die Leiterin des Dortmunder Gesundheitsamtes, Dr. Annette Düsterhaus. Die Folge: "Trotz Maximaltherapie ist die Patientin innerhalb weniger Stunden verstorben", bilanziert Dr. Ingolf Eichler. Warum sich der H1N1-Virus bei der 36-Jährigen, die sonst an keinerlei Risikofaktoren litt, so tragisch ausgewirkt hat, bleibt auch für die Experten rätselhaft. "Das ist ein schicksalhafter Verlauf", meint Dr. Annette Düsterhaus. Bundesweit gebe es nur elf vergleichbare Fälle, in denen die Neuen Influenza ohne Vorerkrankung tödlich verlaufen ist. 

Anders als im Fall eines 57-Jährigen, der am Dienstag ebenfalls im Klinkum Dortmund nach der Infektion mit dem H1N1-Virus gestorben ist und damit als erster Schweinegrippen-Toter der Stadt gilt. Er hatte allerdings eine schwere Grunderkrankung und vor diesem Hintergrund eine deutlich geschwächte Immunabwehr. Der Schweinegrippe wirkte hier also verstärkend und war nicht allein ursächlich für den Tod.  Die allermeisten Fälle der Neuen Influenza verliefen dagegen weiterhin ganz harmlos, wie Dr. Annette Düsterhaus betont. Trotzdem rät das Gesundheitsamt  noch einmal, sich gegen den H1N1-Virus impfen zu lassen. Mittlerweile hätten sich bereits rund 50.000 Dortmunder gegen die Neue Influenza impfen lassen, bilanziert Düsterhaus. Beim Ehemann und den zwei und fünf Jahren alten Kindern der verstorbenen 36-Jährigen fiel der Test auf den H1N1-Virus übrigens negativ aus. 

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