Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

7500 Anzahlung futsch?

Die Insolvenz von Astroh Küchen hat Annegret R. hart getroffen. 7500 Euro hatte sie für eine neue Alno-Küche angezahlt, jetzt fürchtet sie um ihr hart erspartes Geld.

10.12.2007

Annegret R., deren vollständiger Name der Redaktion bekannt ist, wollte sich nach 22 Jahren eine neue Küche gönnen. So schaute sie sich im September bei Astroh Küchen an der Schleefstraße in Aplerbeck um. Ihre Wahl fiel auf eine Alno-Küche, die 10 000 Euro kosten sollte. "Die arbeiten dann mit einem Trick: Man sagte mir, wenn ich mehr anzahlen würde, komme man mir preislich entgegen." Darauf sei sie reingefallen und habe so drei Viertel des Preises hingelegt. "Das würde ich heute nie noch einmal machen", ist sie hinterher wie sicherlich viele andere Kunden schlauer.

Doch Annegret R. steckt nicht auf. Sie erkundigte sich bei Alno-Küchen und erfuhr dort, dass ihre Küche, die eigentlich am 7. Dezember aufgebaut werden sollte, noch gar nicht angefertigt worden ist. "Alno hat den Braten wahrscheinlich schon gerochen und gar nicht mehr für Astroh gefertigt", vermutet die geschasste Kundin.

Außerdem brachte die 57-Jährige in Erfahrung, dass der Hersteller nur etwa vier Wochen benötigt, um eine Küche anzufertigen, Astroh Küchen jedoch mit zwölf Wochen Lieferzeit kalkuliert habe. "Das heißt, dass Astroh mit dem angezahlten Geld der Kunden in der Zwischenzeit arbeiten konnte", ärgert sie sich.

Bisher kein Brief

Zur Besserung ihrer Stimmung hat auch nicht beigetragen, dass sie unter der angegebenen Hotline von Astroh vertröstet wurde, in einem Brief des Insolvenzverwalters erfahre sie Näheres. "Bisher ist bei mir noch nichts angekommen", so die kaufmännische Angestellte gestern gegenüber unserer Zeitung.

"Der Brief wird aber noch kommen", verspricht Holger Voskuhl, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf. Man sei schon erleichtert, dass für mehr als 400 Kunden sowohl die bestellten Küchen als auch deren komplette Anzahlungen gerettet seien. Es handele sich dabei um die Küchen, die bereits fertig gestellt seien und überwiegend im Lager bei Astroh lägen.

"Nun gilt es auch für die weiteren Kunden, die Küchen bei Astroh bestellt und angezahlt haben, Lösungen mit allen Beteiligten zu finden", gibt der vorläufige Insolvenzverwalter die kommenden Ziele vor. Kebekus lobt die konstruktiven Gespräche mit den Beteiligten, allen voran den Warenlieferanten und den Warenregulierer der MHK-Group.

Potenzielle Investoren

Nach Auskunft von Kebekus haben bis jetzt bereits mehr als ein Dutzend potenzielle Investoren ihr Interesse an Astroh Küchen mit Sitz in Bochum bekundet, darunter sowohl Finanz- als auch strategische Investoren. "Erste Gespräche haben wir bereits aufgenommen", sagt Kebekus.

Annegret R. hofft darauf, dass diese Gespräche schnell Ergebnisse bringen. "Eine positive Nachricht vor Weihnachten wäre schön." kiwi

Lesen Sie jetzt