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Ärzte online bewerten

Portal startet Ende 2010

Die AOK will die beschwerliche Arztsuche mit einem neuen Internetportal, dem "Arzt-Navigator", erleichtern. Seit Juni können die rund 24 Mio. AOK-Versicherten ihre Ärzte im Internet bewerten, die Ergebnisse sollen ab Herbst zugänglich sein.

DORTMUND

von Von Susanne Riese

, 25.08.2010
Ärzte online bewerten

Die Hausärzte sind am kommenden Mittwoch zum Protest aufgerufen,

Wie bereits die Erfahrungen mit den Bewertungsportalen für Lehrer und Hochschulprofs zeigten, sind die betroffenen Berufsgruppen von der öffentlichen Benotung in der Regel wenig begeistert. „Die Ärzte sehen das skeptisch“, bestätigt Christopher Schneider, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Dortmund. Schließlich habe jeder Patient eine eigene Gewichtung. „Sobald subjektives Empfinden in die Beurteilung hineinspielt, verliert sie an Aussagefähigkeit.“ Grundsätzlich könne ein solches Portal hilfreich sein. „Der Nutzen muss evaluiert werden, am besten zusammen mit der Ärzteschaft.“

Die hat die Krankenkasse bereits bei der Erarbeitung der Bewertungs-Kriterien mit ins Boot geholt, ebenso wie Patientenvertreter. Von einem „Arzt-Pranger“ soll das neue Angebot weit entfernt sein. Auch für freien Text mit eventuellen Unflätigkeiten lässt das System keinen Raum, wie AOK-Sprecherin Birgit Ursprung betont. Ein Login-Verfahren stellt sicher, dass jeder Nutzer nur eine Beurteilung pro Arzt abgibt. Ursprung: „Trotzdem gibt es natürlich Ärzte, die das ablehnen.“ Der Bundesverband der Verbraucherzentrale hingegen begrüßt das Projekt. „Patienten informieren Patienten – und das methodisch abgesichert, aussagekräftig und vertrauenswürdig“, lobt Vorstand Gerd Billen. Die Fragen deckten die Bereiche ab, die bei der Arztwahl interessieren: Bezieht der Arzt den Patienten in seine Entscheidungen ein? Wird der Schutz der Intimsphäre gewahrt? Würden sie den Arzt Freunden empfehlen? In den Pilotregionen Hamburg, Berlin und Thüringen starteten Online-Befragungen als Grundlage für das Portal. „Die Resonanz ist gut, trotzdem dauert es, bis die nötige Datenmenge zusammenkommt“, sagt Birgit Ursprung.

Denn nur Ärzte mit einer zweistelligen Bewerterzahl „schaffen“ es in das Verzeichnis. Deshalb ließe sich auch schwer sagen, wann Dortmunder Patienten auf die Orientierungshilfe zugreifen können. Nur so viel: „Ab Jahresende werden wir den Arzt-Navigator Schritt für Schritt einführen.“ 

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