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Alleen von Pilzbefall betroffen

Baum-Kontrollen erhöht

In den vergangenen Jahren war sie ein Einzelgänger: Die Massaria-Krankheit, verursacht durch einen Schlauchpilz, befiel Platanen und sorgte dafür, dass auch massive Äste innerhalb weniger Monate abfielen. Der Pilz hat sich in diesem Sommer derart vermehrt, dass das Tiefbauamt jetzt seine Baum-Kontrollen erhöht hat.

DORTMUND

von Von Tobias Großekemper

, 25.08.2010
Alleen von Pilzbefall betroffen

Sehen gesund aus, sind aber krank: die Platanen der Allee an der Bodelschwingher Straße.

War der Pilz in den letzten Jahren in Dortmund lediglich in Einzelfällen nachgewiesen worden, hat sich im Sommer 2010 die Lage deutlich verschärft: „Mittlerweile sind ganze Platanenalleen betroffen“, sagt Josef Hümmecke, Geschäftsbereichsleiter Grünpflege für den nördlichen Stadtbereich beim Tiefbauamt.

Beispielhaft nennt er hier die Bodelschwingher Straße oder auch die Schlossstraße. Aufgefallen war die rasante Ausbreitung des Pilzes bei den bisher zweimal jährlich stattfindenen Baum-Kontrollen. Immer öfter fanden die zwölf städtischen Gärtner den Pilzbefall, der sich zunächst nur durch ein Zusammenrollen der Blätter zeigt. Später verfärbt sich die nach oben zeigende Asthälfte schwärzlich. Der Ast stirbt dann innerhalb weniger Monate durch Austrocknung ab und bricht – gerade bei an Straßen liegenden Platanen eine Gefahr für den Verkehr und dessen Teilnehmer. Grund genug für das Tiefbauamt, Platanen, die älter als 40 Jahre sind, seit Juli dreimal im Jahr zu prüfen. Einmal im unbelaubten, zweimal im belaubten Zustand. Insgesamt rund 6500 Platanen stehen in Dortmund, etwas mehr als die Hälfte (3500 Stück) sind älter als 40 Jahre, damit stark pilzgefährdet und müssen nun vermehrt kontrolliert werden. Starke Platanenbestände finden sich zum Beispiel auf der Strobelallee am Stadion oder auf der B 1. Hier wäre es besonders fatal, sollte ein schwerer Ast plötzlich herunterkrachen.

Die starke Ausbreitung der Massaria-Krankheit begründet Hümmecke unter anderem mit den hohen Temperaturen, die dieser Sommer teilweise erreicht hat. Hümmecke: „Die Bäume sind gestresst, insgesamt durch den Klimawandel geschwächt und haben teilweise auch keine optimalen Standorte.“ Gegen die Krankheit, die 2003 zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen wurde und ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, gibt es kein Heilmittel. Wird bei einem Baum Befall festgestellt, werden die betroffenen Äste großzügig herausgeschnitten. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Ironie des Schicksals ist, dass die Platane deswegen in Dortmund so stark verbreitet ist, weil sie als wärmeliebend und anpassungsfähig galt. Bis zum Auftauchen der Massaria-Krankheit.

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