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Alleine oder Staffel: Für den ersten inklusiven Westfalenparklauf gibt es noch Plätze

Westfalenparklauf

Am 4. November findet der erste inklusive Westfalenparklauf statt, der auch für ambitionierte Läufer interessant ist. Eine Anmeldung ist noch möglich. Speziell für Kinder ist noch Platz.

Dortmund

, 22.10.2018
Alleine oder Staffel: Für den ersten inklusiven Westfalenparklauf gibt es noch Plätze

Sonja Lob (l.), Inga Kröger und Rüdiger Arnold hoffen noch auf viele Anmeldungen für den Westfalenparklauf am 4. November. © Beate Dönnewald

Für Sonja Lob ist es das Normalste von der Welt: Menschen mit und ohne Behinderung treiben in ihrer Freizeit gemeinsam Sport. Die Realität sehe allerdings anders aus, sagt die Vorsitzende des Dortmunder Vereins „Sportkinder“. Seit Jahren setzt sie sich dafür ein, die Inklusion im Sport voranzutreiben. So auch mit dem Westfalenparklauf am 4. November, den die „Sportkinder“ zusammen mit dem LT Bittermark ausrichten. Wir sprachen mit Sonja Lob, Inga Kröger von Kinderglück und Rüdiger Arnold vom Lauftreff Bittermark über Hoffnungen, Hürden und Highlights rund um den ersten inklusiven Westfalenparklauf.


Wie ist aus dem Vorläufer „Rund um den Florianturm“ der inklusive Westfalenparklauf geworden?
Die Idee dazu hatte Sonja Lob. Weil der Traditionslauf nach dreijähriger Pause einen neuen Namen und ein neues Konzept bekommen sollte, war der Zeitpunkt günstig. Inspiriert hat Sonja Lob der Awo-Lauf durch den Dortmunder Osten. Die Verantwortlichen des Lauftreffs (LT) Bittermark hätten sich schnell bereit erklärt, so Lob, den Westfalenparklauf als inklusive Veranstaltung federführend mit zu veranstalten.

Wie ist denn die bisherige Resonanz?
Bislang haben sich laut Rüdiger Arnold sieben Staffeln sowie 107 Läufer für die Zehn-Kilometer- und 66 für die Fünf-Kilometer-Strecke angemeldet. Eher mau sieht es bislang beim Bambini- und beim Schülerlauf aus.

Haben sich denn auch schon Sportler mit Handicap angemeldet?
Bislang 24, so Sonja Lob. Die meisten habe sie aber persönlich angesprochen und zum Mitmachen animiert.

Das klingt so, dass bei den Anmeldungen noch Luft nach oben ist, oder? ? Die Veranstalter wären zufrieden, wenn am Ende rund 300 Menschen auf den verschiedenen Laufstrecken unterwegs sind. Auf beiden Seiten seien einfach noch die Berührungsängste zu groß, so Lob. Sie erklärt, warum dieser inklusive Wettlauf eine besondere Herausforderung ist: Menschen mit Handicap würden befürchten, dass sie nicht mithalten können, und Leistungssportler könnten denken, ein solcher Lauf sei für sie nicht anspruchsvoll genug. Um zumindest letztere Befürchtung auszuräumen, hat sich Rüdiger Arnold dafür eingesetzt, dass der Lauf als offene Kreismeisterschaft eingestuft ist. „Besonders real“ könnte die Inklusion bei den Staffelläufen werden, so Sonja Lob. Mitglieder der Dortmunder Feuerwehr habe sie für gemischte Staffeln schon gewinnen können.

Können auch Rollstuhlfahrer an dem Lauf teilnehmen?
Nein, bedauert Sonja Lob. Weil die Strecke für sie an einigen Stellen nicht passierbar ist. „Das ist bei einem inklusiven Angebot nicht in Ordnung“, räumt sie ein. Im nächsten Jahr soll das besser werden, verspricht sie. Rüdiger Arnold hat auch schon eine Idee: Für die Rollstuhlfahrer würde sich die hindernisfreie Strecke des Schülerlaufs anbieten.

Auch für den Verein „Kinderglück“ ist Inklusion ein wichtiges Anliegen. Wie wird sich der gemeinnützige Verein beim Westfalenparklauf einbringen?
„Wir machen gerne bei diesem sinnstiftenden Projekt als Sponsor mit und erhoffen uns davon einige Strahlwirkung für die Inklusion“, so Kinderglück-Sprecherin Inga Kröger. Und: „Kommt, wie ihr seid, und so wie ihr seid, seid ihr willkommen“, appelliert sie vor allem an die Sportler mit Beeinträchtigung. Kinderglück spendiert für die schnellesten Mädchen und Jungen in den Altersklassen U10 und U12 Eintrittskarten für das Deutsche Fußballmuseum – und zwar für die gesamten Schulklassen. „Hier können Einzelne für das Kollektiv gewinnen“, so Inga Kröger. Die Bambini bekommen zudem kuschelige Kinderglück-Kissen für ihre Teilnahme.

Welche Sponsoren sind noch mit im Boot?
Die Firma Abus spendiert 25 Preise wie Fahrradhelme, die Firma Lauffieber Laufkurse und Trainingspläne, „21Run“ 90 Gutscheine, Runnerspoint Gutscheine für die jeweils drei erstplatzierten Männer und Frauen und die Mediengestalter des Berufsbildungswerks Volmarstein Medaillen, Urkunden und Startnummern als Erinnerungsstücke an diesen Tag. Flyer und Plakat für den Lauf hat übrigens Laura Schütz vom Berufsbildungswerk Volmarstein gestaltet.

Was wünscht sich der Verein Sportkinder für die Zukunft?
„Dass man nicht mehr über Inklusion reden muss, sondern sie einfach gelebt wird“, so Sonja Lob. Aktuell sei es nach wie vor schwierig, Menschen mit Handicap für den Freizeitsport zu gewinnen. Wohnheim-Leiter etwa hätten sie mit ihrem Anliegen schon oft abgewimmelt, weil diese selber nicht sportbegeistert seien. Trotz einiger Tiefschläge kämpfe sie weiter. „Es lohnt sich für jeden Einzelnen, zu kämpfen. Denn jeder ist nach dem gemeinsamen Sport überglücklich, dass er das erleben durfte.“

So sieht der Zeitplan aus: 11.15 Uhr: 421 Meter (Bambinimarathon)
11.30 Uhr: 1 km (Schülerlauf)
12 Uhr: 5 km
13 Uhr: 4x 2,5 km (Staffel)
13 Uhr: 10 km Der Westfalenparklauf findet am 4. November (Sonntag) statt. Bis zum 28. Oktober sind Online-Meldungen möglich. Restplätze werden bis 45 Minuten vor Start vergeben. Beginn ist um 11 Uhr am Eingang Florianstraße, der Hauptlauf ist um 13 Uhr. Schirmherr ist Hans-Peter Durst, zweifacher Paralympics-Sieger und viermaliger Weltmeister im Einzelzeitfahren. Am Ziel gibt es eine Erst-Verpflegung. Alle weiteren Infos gibt es auf der Homepage www.westfalenparklauf.de
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