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Angeklagter gesteht Brandlegung

Prozess um Großfeuer in Wohnhaus in Marten

Ein Großfeuer hatte sich im September in einem Wohnhaus in Marten ausgebreitet. Der angeklagte Ex-Anwohner hatte eine Brandstiftung zunächst bestritten, nun rückte er im Prozess von seiner ursprünglichen Version ab.

Dortmund

, 27.03.2018
Angeklagter gesteht Brandlegung

Im September 2017 hatte es an der Schulte-Heuthaus-Straße in Marten gebrannt. Dabei wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt. © Helmut Kaczmarek

Mit einem Geständnis ist am Montag am Landgericht der Prozess um das explosive Großfeuer in einem Mietshaus in Marten fortgesetzt worden. Der wegen Mordversuchs angeklagte Ex-Anwohner (51) ist nun doch noch von seiner merkwürdigen Unfallversion abgerückt und hat zugegeben, in seiner Wohnung Feuer gelegt zu haben.

Anlass für die Verzweiflungstat an der Schulte-Heuthaus-Straße, so der 51-Jährige, sei sein Entschluss gewesen, sich selbst töten zu wollen. Ohnehin schon seit Monaten in argen finanziellen Schwierigkeiten und dazu mit der Miete zwei Monate in Rückstand, sei ihm an diesem Tag dann auch noch per SMS ein Auftrag für eine Kurierfahrt abgesagt worden.

„Das Geld dafür war aber schon fest eingeplant für die Miete“, sagte der Angeklagte. „Ich sah meine Felle wegschwimmen und hatte plötzlich mit allem abgeschlossen.“ Daraufhin habe er an mehreren Stellen in seiner Wohnung Benzin aus einem Kanister ausgeschüttet und dann angezündet. „Die ganze Wohnung fing daraufhin mit einem riesigen Knall an zu brennen.“

Absichtliche Brandlegung zunächst bestritten

Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte eine absichtliche Brandlegung noch hartnäckig bestritten. Er wollte angeblich am 6. September 2017 früh morgens beim Umfüllen von Benzin von einem in den anderen Kanister „gekleckert“ haben. Ausgelöst worden sei der Brand dann letztlich, als er den Lichtschalter angeknipst habe.

Der Anwohner hatte durch das Feuer schwerste Verbrennungen im Gesicht und an den Händen erlitten und lag wochenlang in einer Spezialklinik. Das Mietshaus an der Schulte-Heuthaus-Straße war nach dem Löscheinsatz unbewohnbar. Den Gebäudeschaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf 200.000 Euro. Die Anklage lautet auf schwere Brandstiftung und – mit Blick auf die Lebensgefahr für 14, teils schlafende Haus-Mitbewohner – zusätzlich auch auf Mordversuch.

Eine Psychiaterin bescheinigte dem seit Jahren depressiv erkrankten Angeklagten, dass er zum Zeitpunkt der Brandlegung in einer akuten Belastungsphase gewesen sei. So kann der 51-Jährige auf das Zubilligen einer verminderten Schuldfähigkeit hoffen. Das Urteil fällt am 12. April.

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