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Angst vor Menschen

06.12.2007

Angst vor Menschen

<p>Erste Erfolgsergebnisse stellten Dr. Björn Nolting und Dr. Ulrike Willutzki vor. Böhm-Heffels</p>

Wo hört Schüchternheit auf und fängt Krankheit an? Wann ist Lampenfieber vor Publikum, der Schweißausbruch beim Chef, das Rotwerden beim Rendezvous noch normal, und wie zeigt sich soziale Phobie, also Angst, wenn sie den Betroffenen bereits leiden lässt?

Seit April bietet die LWL-Klinik Dortmund eine Anlaufstelle für Menschen, die unter dieser Angst leiden. Die Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist an die Ruhr Universität Bochum angeschlossen, deren Zentrum für Psychotherapie ebenfalls involviert ist in der sechsmonatigen, ambulanten Therapie. Sie ist Teil einer bundesweiten Studie an fünf Zentren in Deutschland, innerhalb der nachgewiesen werden soll, wie wirksam zum einen der kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansatz (in Bochum), zum anderen der tiefenpsychologische (in Dortmund) ist.

Dr. Björn Nolting (Dortmund) und Privat-Dozentin Dr. Ulrike Willutzki (Bochum) zeigen sich beeindruckt von ersten Ergebnissen. Nach Alkoholsucht und Depression ist soziale Phobie die dritthäufigste psychische Erkrankung. 15 Prozent der Menschen, so schätzen Experten, erkranken daran. In etwa 70 % der Fälle ist den Betroffenen nach einer Behandlung langfristig gut zu helfen. In der Therapie bekämen sie das Handwerkszeug mit, so Nolting und Willutzki, um sich später selbst zu helfen. Fast 60 Patienten wurden bislang behandelt.

Ein Beispiel: Eine Frau verließ das Haus nur noch, um zur Arbeit zu gehen. Alle Einkäufe erledigte sie am Rechner. Sie war davon überzeugt, die anderen hielten sie für "komisch". Von ihr war es schon eine Riesen-Leistung, sich überhaupt für die Studie zu melden. Inzwischen geht es ihr so gut, dass sie im Betriebsrat der Firma mitarbeitet und einen Lebenspartner gefunden hat. bö

Wer sich für die Studie melden möchte, nimmt Kontakt auf über die Bochumer Telefonnummer 0234 / 32-24600.

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