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Ankläger fordert zehn Jahre

19.12.2007

So schnell kann man sich seine Zukunft verbauen: Nach sieben Raubüberfällen in drei Wochen drohen einem gerade 22-jährigen Mann aus Soest nun zehn Jahre Haft.

Diese Strafe hat die Staatsanwaltschaft gestern vor dem Dortmunder Landgericht beantragt. Die Sicherungsverwahrung muss der junge Angeklagte aber wohl nicht mehr ernsthaft befürchten.

Eine harte Bestrafung allerdings schon. Selbst sein Verteidiger hält sieben bis acht Jahre Haft für angemessen.

Wie es so weit kommen konnte? Der Angeklagte hatte nach seiner letzten Entlassung (drei Jahre Jugendhaft nach einer Überfallserie auf Kioske) einfach nicht Fuß fassen können. Er hatte keinen Bewährungshelfer, bekam keinen Platz im betreuten Wohnen. Obwohl genau das sein Wunsch war. An dieser Stelle, so sein Verteidiger, habe der Staat versagt.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis der Angeklagte wieder rückfällig wurde. Zwischen dem 10. und dem 28. Mai überfiel er sieben Tankstellen - eine in Soest, sechs in Dortmund. Der 22-Jährige war mit einer Gaspistole bewaffnet und mit einer Sturmhaube maskiert. Die Tatorte in Dortmund: die Markant-Tankstelle an der Bornstraße, die Shell-Station an der Schützenstraße, eine Aral-Tankstelle in Kirchlinde, eine Shell-Station an der Rheinischen Straße.

Zum Teil war der Angeklagte zweimal vor Ort. Die Beute soll sich auf rund 5000 Euro belaufen haben - plus Zigaretten. Am Ende war es sein eigener Vater, der ihn angezeigt hat. In seinem letzten Wort sagte der 22-Jährige: "In meinem Leben ist alles schief gelaufen."

Das Urteil will das Gericht am morgigen Freitag sprechen. jh

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