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App-Ärger: Lehrer stoppen Vertretungsplan fürs Handy

Europaschule

Die Vertretungsplan-App eines 15-jährigen Schülers hat der Europaschule Ärger mit der Lehrergewerkschaft GEW eingebracht: Sie fürchtete, dass dadurch die ausgefallenen Stunden einzelner Lehrer aufgezeichnet werden könnten, und forderte ein Verbot - ohne die Anwendung gesehen zu haben. Daraufhin stoppte die Europaschule die App. Nun gibt es einen Kompromiss.

WAMBEL

, 21.11.2014
App-Ärger: Lehrer stoppen Vertretungsplan fürs Handy

Der Zehntklässler Marius Schönefeld hat die Vertretungsplan-App entwickelt. Die hat der Europaschule nun Ärger mit der Lehrer-Gewerkschaft eingebracht.

Die Berichte über die Vertretungsplan-App der Europaschule rief große Resonanz hervor. Viele Schulen finden die mobile Übersicht hilfreich und erkundigten sich nach dem Programm. Es gab aber auch Gegenwind: Die Lehrergewerkschaft GEW meldete Bedenken an. Die stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Maike Finnern kritisierte die Verwendung als Eingriff in Persönlichkeits- und Datenschutzrechte und forderte ein Verbot.

Die Europaschule stellte daraufhin die Arbeit mit der App ein und legte sämtliche Anfragen auf Eis, wie Schulleiter Jörg Girrulat erklärte. Am Donnerstag hat sich die GEW die umstrittene Anwendung in der Europaschule vorstellen lassen. Mit dem Ergebnis, dass ein Großteil der Befürchtungen unbegründet war. „Viele Kriterien sind berücksichtigt“, sagte Jürgen Hentzelt von der GEW, auch Personalratsvorsitzender Gesamtschulen in Arnsberg. So werden Gründe für Stundenausfall oder Lehrernamen in dem Plan fürs Smartphone ohnehin nicht genannt, er arbeitete mit Kürzeln. Um die Lehrer noch besser zu schützen, soll jetzt nur noch das betroffene Fach genannt werden.

  • Die Zugangsberechtigung ist beschränkt. Dazu muss in der Schule ein Code gescannt werden, der regelmäßig erneuert wird. Die Daten werden in der App nicht gespeichert. Es sind nur die Pläne des Tages und Folgetags sichtbar.
  • Lehrer sind nicht verpflichtet, die App zu nutzen. Verbindlich ist für sie allein der Papier-Vertretungsplan.
  • Trotz des positiven Urteils, spricht Hentzelt von „Bauchschmerzen“, weil interne Informationen die Schule verlassen. Die Interpretation sei nicht steuerbar. Volker Maibaum, GEW-Vorsitzender in Dortmund, zeigt sich aufgeschlossener: „Alles, was die Arbeit erleichtert, ist erst einmal gut“ , sagt er. „Die Ausfallstunden an sich sind kein Geheimnis.“

An der Europaschule geht die App nun wieder an den Start, nachdem die Lehrerkürzel ausgeblendet sind. „Dieser Wunsch hatte sich auch durch eine Abfrage bei uns im Haus ergeben“, sagt Girrulat. Damit wäre eine weitere Forderung der GEW erfüllt: die Einbindung der schulischen Gremien.

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