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Aufnahmestopp für Katzen

Tierheim

Der Katzenjammer ist groß. Und in der Urlaubszeit hat sich die Situation weiter zugespitzt. Das Tierschutzzentrum hat die Reißleine gezogen: Es nimmt keine Katzen mehr auf. Die 60 Plätze sind hoffnungslos überfüllt, Abnehmer lassen auf sich warten.

DORTMUND

von Von Paul Crone

, 12.08.2010
Aufnahmestopp für Katzen

Derzeit herrscht ein Aufnahmestopp für Artgenossen dieses Stubentigers im Tierschutzzentrum Dortmund.

Der Aufnahmestopp ist vor allem auf ein altbekanntes Problem zurückzuführen: Streunerkatzen. 20.000 Katzen soll es schätzungsweise in Dortmund geben, davon streunen vermutlich 5000 besitzerlos durchs Stadtgebiet. Sie vermehren sich unkontrolliert, landen häufig im Tierheim und sind aufgrund ihrer Wildheit nicht vermittelbar. 

Der Ruf der Bundestierärztekammer nach einer Kastrationspflicht für Katzen stößt auch bei Dortmunder Tierschützern auf offene Ohren. „Wir finden den Vorschlag einer Kastrationspflicht gut. Es ist sehr wichtig, dass zu viel Nachwuchs vermieden wird“ sagt Susanne Vorbrich, Vorsitzende des Dortmunder Katzenschutzvereins. Ähnlich sieht das auch Erika Scheffer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Groß-Dortmund: Sie habe „absolut kein Verständnis dafür, wenn jemand seine Katzen nicht kastrieren lässt. Man trägt so nur weiter zum Katzenelend bei“ – eine Folge der rasanten Vermehrung: Die Katzen leiden an Nahrungsknappheit, Krankheiten und verenden schließlich qualvoll. Damit die Zahl und damit das Elend der Streuner vermindert wird, führen Katzenschutzverein und Tierschutzverein regelmäßig Kastrationsaktionen durch: Letztes Jahr wurden so insgesamt etwa 550 Tiere kastriert. Finanziell schwächere Halter werden dabei unterstützt.

Zudem ließ der Katzenschutzverein weitere 349 Katzen kastrieren. Für Ortwin Schäfer, Leiter des Ordnungsamtes , ist eine „Kastrationspflicht aber vom Tisch. „Sie wurde geprüft, aber verworfen“. Jede Pflicht müsse kontrolliert werden. „Dafür fehlen aber die Kapazitäten.“ Die Begründungen der Tierschützer kann Schäfer nachvollziehen. „Die Tierschützer sind bei dem Thema sehr gut aufgestellt.“ Gerne sei er bereit, eine „Kampagne mit den Tierschützern anzuregen, um auf Katzenbesitzer zuzugehen und die Kastration zu empfehlen.“

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