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Autos geplündert - Bewährungsstrafe

DORTMUND Gründlich schlachtete ein 45-jähriger KFZ-Meister die Autos aus. Wäre er auf dem Schrottplatz beschäftigt, hätte er sich ein Lob verdient. Da er aber mit seiner sauberen Arbeit die Versicherungen betrügen wollte, kassierte er für die vorgetäuschten Autoaufbrüche eine Haftstrafe auf Bewährung

01.12.2007
Autos geplündert - Bewährungsstrafe

Die Aufbrüche waren stets nur vorgetäuscht.

Mehr als Motor, Haube, Scheibe, Räder ließ der 45-jährige KFZ-Meister nicht übrig an den Autos, die er zwischen August 2003 und Juni 2004 in Dortmund ausschlachtete. Gemeinsam mit den Haltern gab man gegenüber den Versicherungen an, die Wagen seien aufgebrochen und geplündert worden. Doch die Inneneinrichtung baute der Angeklagte wieder ein, verkaufte die Wagen zum Teil weiter, während die Versicherungen ca. 41 000 Euro zahlten.

Freitag verurteilte die 38. Strafkammer des Landgerichts den Dortmunder unter anderem wegen Betruges zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldbuße von 2000 Euro. „Es ist schon erstaunlich, mit welcher Akribie die Taten ausgeführt wurden“, sagte der Vorsitzende Richter Helmut Hackmann. Nicht einmal in Zivilprozessen fiel auf, dass die Autoaufbrüche nur vorgetäuscht waren.

Globales Geständnis

Hätte der Angeklagte nicht ein „globales Geständnis“ abgelegt, wäre eine Bewährungsstrafe auch nicht mehr in Frage gekommen, so Richter Hackmann. Schließlich fand die Polizei bei einer Razzia in seiner Wohnung auch noch zwei scharfe Schusswaffen. Ins Rollen kamen die Ermittlungen überhaupt nur durch den Tipp eines anderen Straftäters. Dieser sollte nämlich für den 45-Jährigen ein Auto beiseite schaffen, damit er es später als gestohlen melden konnte. Doch der vermeintliche Komplize ging zur Polizei. Es war der Anfang vom Ende des Komplotts, dessen Mitglieder sich alle vor Gericht verantworten mussten. Das Strafverfahren gegen die Versicherungsnehmer, die auf den Plan des Werkstattinhabers aus Brackel eingegangen waren, endete mit Einstellungen – teilweise gegen Geldauflagen.

Das Urteil lässt dem bislang unbescholtenen Mann die Chance, seinen Beruf in Zukunft legal auszuüben. Seine Werkstatt hat er inzwischen in einen anderen Stadtteil verlegt. Als Ein-Mann-Betrieb versucht er, wieder auf die Beine zu kommen.

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