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Badewannen-Prozess: Bewährungsstrafe für Stiefvater

Am Landgericht

Im Zweifel für den Angeklagten: Nach diesem Grundsatz hat das Landgericht am Montag auch das Urteil gegen den Mann aus Huckarde gefällt, der seine vierjährige Stieftochter im März mit fast 60 Grad heißem Badewasser verbrüht hat. Der Mann erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren.

DORTMUND

10.10.2016

 

Der Angeklagte hatte ausgesagt, dass es sich bei dem Vorfall um ein bedauerliches Versehen gehandelt habe. Er habe das Wasser unbemerkt viel zu heiß aufgedreht und seine Stieftochter anschließend in die Wanne gesetzt. Von den schlimmen Verletzungen habe er im ersten Moment gar nichts mitbekommen.

Aussage des Angeklagten konnte nicht zweifelsfrei widerlegt werden

Letztendlich konnten die Richter dem 30-Jährigen diese Tatversion nicht zweifelsfrei widerlegen. Zwar hatte die Kleine nach dem Vorfall ihrer Mutter erzählt, der Stiefvater habe sie in das heiße Wasser getaucht, weil sie in die Hose gemacht hatte. Doch auf diese Aussage konnten und wollten die Richter keine härtere Bestrafung stützen.

Im Gegenteil: Nach sieben Monaten in Untersuchungshaft wurde der 30-Jährige gestern in die Freiheit entlassen. Wie es mit der Beziehung zu seiner Lebensgefährtin und deren Kindern weitergeht, ist indes unklar. Die Frau hatte den Angeklagten zwar mehrmals in der Haft besucht. Und auch die Vierjährige hatte sich an einem der Verhandlungstage bereitwillig auf den Schoß des Mannes gesetzt. Dennoch wirkte das Verhältnis zwischen allen Beteiligten ziemlich angespannt.

 

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