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Ballspiel-Verbot sorgt für Ärger

Deutsche Annington

Heike Rosemann und Nüvit Girgin sind Nachbarinnen. Und sie sind empört. Nicht über einander, nicht über laute Kinder, die auf der von Häusern fast umschlossenen Wiese toben. Im Gegenteil: Über die Verbotsschilder, die seit Freitag Kindern verbieten, mit dem Ball auf der Wiese der Mehrfamilienhäuser in der Metzer Straße zu spielen.

DORTMUND

von Von Nico Drimecker

, 11.08.2010
Ballspiel-Verbot sorgt für Ärger

Heike Rosemann (r.) und Nüvit Girgin sind empört über das Verbot für Kindern, auf der Wiese zwischen den Wohnhäusern in der Metzer Straße Fußball zu spielen.

„Mit so einem Verbot sind wir doch wieder in den 70ern“, sagt Heike Rosemann. Sie lebt, wie ihre Freundin aus dem Haus gegenüber, mit ihrer Wohnung zur Wiese. Zu laute Kinder? „Nein“, sagt Heike Rosemann. „Auch nicht mit Bällen.“ Die 44-Jährige hat einen Sohn, doch der 15-Jährige spielt schon lange nicht mehr auf der Wiese. Katja Weisker ist Sprecherin der Deutschen Annington. Die Wohnungsgesellschaft hat die Schilder aufstellen lassen. „So einen außergewöhnlichen Schritt gehen wir nur bei außergewöhnlichen Belastungen.“

Es sei der erste und einzige in Dortmund. Grund seien „massive“ Beschwerden von Anwohnern und zum Teil Schäden, verursacht durch Bälle. Heike Rosemann und Nüvit Girgin dagegen glauben, die Pappenheimer zu kennen. „Es gibt da Leute, die immer meckern, wenn Kinder auf der Wiese sind“, sagt Nüvit Girgin. Meckern als typische Eigenschaft von Senioren? Wohl kaum. Nüvit Girgin ist 70, und sie freue sich, Kinder beim Spielen zu hören. „Ich habe immer mein Fenster auf.“ Gerhard Mlynczak, Leiter des Kinderbüros, sagt, man solle ein besseres Abkommen zwischen Mietern treffen als ein Verbot für Kinder zu verhängen. „Die beliebteste Spielform auf einer Wiese auszunehmen, ist ungünstig.“ Aber Weisker verweist auf eine Gruppe Jugendlicher, auf die das Verbot zurückgehe. Doch ob die sich von einem Schild imponieren lassen? Weisker beteuert: „Was sollen wir machen? Wenn viele Beschwerden kommen, müssen wir handeln.“

Heike Rosemann und Nüvit Girgin haben bislang keine Jugendlichen auf der Wiese beobachtet. Fünf-, maximal Elfjährige würden dort Fußball spielen. Und die, fürchten sie, lassen sich von Verbotsschildern abhalten. Die letzten Tage jedenfalls sei kaum noch etwas los. 

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