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Baukunstarchiv NRW im früheren Museum am Ostwall eröffnet

Heimat der Baukunst

Dortmund ist um eine bedeutende kulturelle Einrichtung reicher: Im früheren Museum am Ostwall wurde am Sonntag das Baukunstarchiv NRW eröffnet.

Dortmund

, 04.11.2018
Baukunstarchiv NRW im früheren Museum am Ostwall eröffnet

19 Menschen mit 19 Scheren symbolisierten bei der Eröffnung des Baukunstarchivs das breite Bündnis für die Einrichtung und den Betrieb des Baukunstarchivs NRW im früheren Museumsgebäude am Ostwall. © Oliver Volmerich

Eigentlich sollte es das alte Museumsgebäude am Ostwall 7 gar nicht mehr geben. Verkauf und Abriss waren schon beschlossen, bis sich der Rat der Stadt im Dezember 2014 eines Besseren besann. Jetzt ist das Haus am Ostwall, dessen Baugeschichte bis ins Jahr 1875 zurückreicht, Domizil des Baukunstarchivs NRW. Und das wurde am Sonntag gleich doppelt gefeiert: Der Hauseröffnung am Vormittag folgte am Nachmittag die Eröffnung der ersten Ausstellung mit Dokumenten aus dem Archivbestand.

Und die Neugierde der Dortmunder auf das rundum sanierte Haus, das 2009 als Museum am Ostwall aufgegeben wurde, schien groß zu sein. Auch wenn nicht, wie Prof. Dr. Hermann Parzinger als Direktor der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Festredner des ersten Eröffnungsaktes meinte, „halb Dortmund“ auf den Beinen war, war der Andrang gewaltig.

Breites Bündnis hinter dem Baukunstarchiv

Es dürfte auch daran liegen, dass mit der Eröffnung des Baukunstarchivs zugleich die Rettung eines besondere Gebäudes gefeiert wurde. „Es ist ein Haus mit Geschichte und Charakter, ein Stück Dortmunder Heimat und ein Ausrufezeichen für den erfolgreichen Strukturwandel“, sagte der Präsident der Architektenkammer NRW, Ernst Uhing. Und fast alle Festredner im eindrucksvollen Lichthof des Hauses erinnerten daran, dass es nicht zuletzt einer Bürgerinitiative zu verdanken ist, dass der Abriss verhindert wurde.

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Ein weiterer Grund für das große Interesse ist das breite Bündnis, das hinter dem Baukunstarchiv steht. Als die Eröffnung mit Konfetti-Regen offiziell gefeiert wurde, standen 19 Menschen bereit, die ein blaues Band durchschnitten. Angefangen von Bau- und Heimatministerin Ina Scharrenbach, deren Haus den 3,5 Millionen Euro teuren Umbau zu 80 Prozent finanziert hat, über Oberbürgermeister Ullrich Sierau – die Stadt trägt zehn Prozent der Umbaukosten und stellt das Gebäude miet- und abgabenfrei zur Verfügung – und Ex-Stadtdirektor Klaus Fehlemann als „Motor“ des Fördervereins Baukunstarchiv bis zu beteiligten Planern, Architekten und Unterstützern des Hauses.

Besondere Bedeutung für Lehre und Forschung

Die organisatorische Konstruktion ist ungewöhnlich: Die Baukunstarchiv gGmbH wird getragen vom Förderverein Baukunstarchiv, den Kammern für Ingenieure und Architekten in NRW sowie der Stiftung Deutscher Architekten. Grundlage der Sammlung mit Nachlässen von Architekten ist das Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst der TU Dortmund, die wichtiger Partner des Hauses ist und mit Prof. Dr. Wolfgang Sonne den wissenschaftlichen Leiter stellt. Das Baukunstarchiv werde für Lehre und Forschung eine besondere Bedeutung spielen, erklärte Prof. Barbara Welzel als Prorektorin der TU.

Als offenes Haus bietet das Baukunstarchiv dazu Ausstellungen, eine Bibliothek und Veranstaltungen. Als „Geschenk an die Gesellschaft“ verbinde es „Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung“, erklärte Ernst Uhing, der auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Baukunstarchiv gGmbH ist. Einen Vorgeschmack bietet die Eröffnungsausstellung „Eins Zwei Drei Baukunstarchiv“, die am Sonntagnachmittag eröffnet wurde.

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