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Bei Tretminen kassiert die Stadt nur selten Bußgeld

Welche Strafe kosten Hundehaufen in Dortmund?

Einen Augenblick nicht aufgepasst, ein falscher Tritt und schon steht man im Hundehaufen. Den Geruch in der Nase und den Dreck am Schuh. Solche Hinterlassenschaften kosten andernorts bis zu 500 Euro Strafe. Und in Dortmund?

Dortmund

, 08.03.2018
Bei Tretminen kassiert die Stadt nur selten Bußgeld

Wenn der Hund käckelt und der Halter die Hinterlassenschaft nicht entsorgt, droht in Dortmund ein Knöllchen von 50 bis 75 Euro. © Dieter Menne

Der Stadtrat von Werne hat am Mittwoch beschlossen, das Bußgeld pro liegengelassenen Hundehaufen drastisch zu erhöhen, von 35 auf 200 Euro. In Köln zahlen ertappte Hundebesitzer je nach Örtlichkeit sogar zwischen 35 und 500 Euro pro Tretmine.

In Dortmund sind 27.550 Hunde offiziell gemeldet. Und die machen, wann und wo sie müssen. Macht rund 55.000 Hundehaufen am Tag. Werden sie nicht von Herrchen oder Frauchen aufgehoben und entsorgt, droht ein Verwarngeld von 50 Euro – sofern Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes oder des Service- und Präsenzdienstes Zeuge der Sauerei werden.

In Fußgängerzonen und auf Kinderspielplätzen wird‘s teurer

In Bereichen wie Fußgängerzonen, an Haupteinkaufsstraßen, auf Kinderspielplätzen, sowie in Park-, Garten- und Grünanlagen kostet die Ordnungswidrigkeit 75 Euro. „Diese Angaben beziehen sich allerdings auf Erstverstöße“, betont auf Anfrage Stadtsprecher Maximilian Löchter, „bei Wiederholungsfällen werden die Bußen erhöht.“

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Das ist allerdings mehr Theorie als Praxis. Die Ahndung von wiederholten Verstößen komme selten vor, räumt Löchter ein, da Wiederholungstäter in überschaubaren Zeitabständen selten seien. „Ebenso selten werden die Taten durch die Hundehalter in Anwesenheit der Außendienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter verübt.“

40 Verwarnungen in 2017 ausgesprochen

Außerdem kommt es laut Löchter nur „in seltenen Fällen“ zu einem Bußgeldverfahren. Im vergangenen Jahr wurden an die 40 Verwarnungen ausgesprochen – mal mündlich, mal mit Knöllchen. Generell würden die Ordnungskräfte der Stadt beim Streifendienst darauf achten, dass ein Hundehaufen, der im öffentlichen Raum abgelegt wurde, in den Kotbeutel kommt, sagt Löchter. Wer das versäume, werde von den Ordnungshütern auf sein Fehlverhalten angesprochen.

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In der Vergangenheit hatte die Stadt in einem Testversuch an mehreren Standorten Verteilboxen mit Gratistkottüten aufgestellt – und das schnell wieder eingestellt, weil die Tüten ohne ihren Verwendungszweck zuhauf aus den Boxen gerissen wurden. Lediglich der Tierschutzverein bietet noch Gratistüten an den von ihm betreuten Hundewiesen an.

Die Vorsitzende Erika Scheffer hält eine drastische Erhöhung des Bußgeldes wie in Werne für richtig: „Vielleicht werden die verantwortungslosen Hundehalter dann mal einsichtig. Schließlich will keiner in solch einen Kackhaufen treten.“

Bußgeld-Erhöhung ist in Dortmund nicht vorgesehen

Eine Erhöhung des Bußgeldes sei aktuell nicht geplant, berichtet Stadtsprecher Löchter. Bei der Zahl der Hundehaufen habe es in letzter Zeit auch keine deutliche Veränderung gegeben.

Im Zusammenhang mit dem Masterplan Kommunale Sicherheit, zu dem auch die Sauberkeit gehört, hatte noch vor einem Jahr die damalige Ordnungsdezernentin Diane Jägers angeregt, bei der EDG ein Hundekotmobil anzuschaffen. Mit ihnen lassen sich Haufen an schwer zugänglichen Stellen, wie etwa Baumscheiben, entfernen. Das sei zu den Akten gelegt, sagt EDG-Sprecherin Petra Hartmann.

Das Bußgeld und Verwarnungsgeld für liegengelassenen Hundekot wurde in Dortmund zuletzt im Jahr 2010 von 35 auf 50 /75 Euro erhöht. Nach den Bestimmungen des Ordnungswidrigkeitenrechts sind Bußgelder bis zu 1.000 Euro möglich. Dabei zu berücksichtigen sind aber Umstände wie Vorsatz oder Fahrlässigkeit. Manche Städte wie Lohra (Hessen) machen DNA-Tests von den Kothaufen, um die Sünder zu ermitteln.
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