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Betrüger - Arge hat auf Anrufe nicht reagiert

Amtsgericht Dortmund

Monatelang betrog er die Arge, und als man ihm dann endlich auf die Schliche kam, log der 30-Jährige auch noch, dass sich die Balken bogen. Die Quittung erhielt er vom Amtsgericht: eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro (90 Tagessätze).

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 09.08.2010

Mit immer neuen, immer dreisteren Ausreden hatte der Angeklagte versucht, den schwarzen Peter weiter zu schieben. Fakt ist: Zwischen Januar und April 2009 kassierte er doppelt: Lohn von seinem neuen Arbeitgeber und Arbeitslosengeld von der Arge, die offensichtlich noch nichts von dem neuen Job des 30-Jährigen erfahren hatte.

Fast 5000 Euro wanderten auf diese Weise zu Unrecht aufs Konto des Familienvaters. Vor Gericht präsentierte sich der Maler und Lackierer jedoch kämpferisch. Zuerst behauptete er, der Arge noch am Tag seiner Vertragsunterzeichnung Bescheid gegeben zu haben. „Ich habe bei der Hotline angerufen. Wenn die das nicht weitergeben, kann ich doch nichts dafür.“ Darüber hinaus wollte er der Richterin noch weismachen, er habe umgehend eine Kopie des neuen Arbeitsvertrages an die Arge geschickt. Und zu guter Letzt wollte er auch noch nach Erhalt der ersten unberechtigten Überweisung sofort angerufen und die Sache richtig gestellt haben. „Da hat man mir gesagt, ich würde ein Schreiben mit der Bankverbindung bekommen, damit ich das Geld zurückzahlen kann“, behauptete der 30-Jährige.

Sein Problem ist nur: Von keinem einzigen der geschilderten Vorgänge ist bei der Arge etwas bekannt. Ein Sachbearbeiter sagte als Zeuge: „In den Akten sind weder die angeblichen Anrufe vermerkt, noch befindet sich bei den Unterlagen eine Kopie des Arbeitsvertrages.“ Für die Richterin stand danach fest: „So viele Zufälle auf einmal gibt es nicht.“ – „Was sie uns erzählt haben, können deshalb nur Schutzbehauptungen sein“, hieß es in der Urteilsbegründung.

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