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Biochemiker entwickeln Kiffer-Detektor

Neues Kontrollgerät

Wenn die Polizei zum Ausatmen auffordert, könnte es auch für Kiffer demnächst problematisch werden. Denn Wissenschaftler der TU Dortmund haben ein neues Testgerät entwickelt, mit dem sich schnell, einfach und sicher nachweisen lässt, ob jemand Cannabis konsumiert hat. Einmal pusten reicht. Wir erklären, was das Gerät kann.

DORTMUND

, 24.06.2016
Biochemiker entwickeln Kiffer-Detektor

Ein neues Gerät könnte der Polizei bald helfen.

Wer hat das neue Drogentest-Gerät entwickelt?

Prof. Oliver Kayser, Dekan der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund, entwickelte das "Ion-Gas-Gerät" mit Kollegen. Noch ist der Apparat etwas unhandlich, er soll aber auf Taschenformat schrumpfen.

Was kann das Gerät?

In der ausgeatmeten Luft weist „Ion-Gas“ neben dem berauschenden THC (Tetrahydrocannabinol) elf weitere Stoffe aus dem Cannabis nach. Der Detektor zeigt das Testergebnis nach kürzester Zeit über eine Ampel an. Bislang kann die Polizei Kiffern nur über einen aufwendigen Urin-, Blut- oder Speicheltest beikommen. Mit dem Puste-Test lässt sich der Cannabis-Konsum etwa acht Stunden lang nachweisen. Das Gerät arbeitet mit der "Ionenmobilitäts-Spektrometrie", eine Analysetechnik, die gasförmige Spurenstoffe erkennt und misst.

Wie sicher ist der Atemtest?

Im Vergleich mit dem herkömmlichen Urintest soll die Atemmethode sehr genau sein, unter anderem durch den Nachweis von 12 verschiedenen Bestandteilen des Cannabis.  „Wir erreichen eine hohe Genauigkeit“, erklärt Prof. Kayser,  gelernte Apotheker und promovierte pharmazeutische Biologe. Die Fehlerquote liege bei nur etwa einem Prozent. „Das Gerät kann auch nachweisen, ob jemand tatsächlich gekifft oder organisch produziertes Hanföl konsumiert hat, das durch THC kontaminiert war.“

Wird der Detektor bereits eingesetzt?

Nein. Aber Polizeibehörden in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben bereits Interesse gezeigt. Das erste Angebot hat die Firma Ion-Gas jetzt nach Australien verschickt. „Die NRW-Polizei ist bislang noch sehr zurückhaltend“, bedauert Oliver Kayser. Dafür haben sich auch Kliniken nach dem Cannabis-Detektor erkundigt. Kayser: „Sie haben häufig mit bewusstlosen Patienten zu tun, bei denen man möglichst schnell nachweisen möchte, ob und welche Drogen sie genommen haben.“ 

Wie teuer ist das Gerät?

Es soll zwischen 5000 und 10.000 Euro kosten. 

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