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Bislang 300 Betroffene gemeldet

PCB-Skandal

Ist der mit PCB-belastete Envio-Leiharbeiter-Sohn ein Einzelfall oder nur die Spitze eines Eisbergs. Die zuständige Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse will einer möglichen Belastung von Familienangehörigen von Envio-Mitarbeitern nun systematisch auf den Grund gehen.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 11.08.2010
Bislang 300 Betroffene gemeldet

Envio im Dortmunder Hafen.

Bei Gesprächen mit Betroffenen werde man gezielt nach Angehörigen fragen lassen, kündigte Christian Sprotte als Sprecher der BG ETEM auf Anfrage an. „Und wenn jemand das wünscht, werden Familienangehörige mit untersucht.“ Eine Ausdehnung von Blutproben auf die Familien von Envio-Mitarbeitern hatten vor zwei Wochen auch schon die NRW-Minister Guntram Schneider und Johannes Remmel bei ihrem Besuch in Dortmund angekündigt. „Jeder, der Betreuung möchte, soll sie auch bekommen“, lautete das Versprechen. 

Befürchtet wird, dass Mitarbeiter des inzwischen geschlossenen PCB-Betriebs imHafen eventuell über die Arbeitskleidung belasteten Staub und damit eine Krebsgefahr zu Hause eingeschleppt haben. In einem Falle wurden bereits bei der Ehefrau und dem dreijährigen Sohn eines Envio-Leiharbeiter aus Lünen erhöhte PCB-Belastungen im Blut nachgewiesen.   Jetzt ist die gesamte Familie im Untersuchungsprogramm der Berufsgenossenschaft, das über die Uni-Klinik Aachen läuft. Auch die Wohnung und das Umfeld der Familie wird näher untersucht. Bislang haben sich bei der BG ETEM rund 300 vom PCB-Skandal Betroffene registrieren lassen, die nun (weiter) untersucht werden.

Damit sei wohl ein großer Teil, aber noch nicht jeder potenziell in Frage kommende erfasst, schätzt Sprotte. Insbesondere mit Blick auf frühere Envio-Mitarbeiter und Leiharbeiter könne es noch Lücken geben. In den nächsten Tagen werden unterdessen die Ergebnisse von weiteren 135 Blutuntersuchungen aus dem Envio-Umfeld erwartet. Zugleich hat sich das Land mit der Stadt auf eine Ausweitung des Unterschungsangebots auch für Anwohner des Hafenviertels verständigt. Einzelheiten dazu sollen am Donnerstag bekannt gegeben werden. 

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