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Bissiger Fuchs ließ sich nicht vertreiben

Zwei Menschen verletzt

Patrick Reininghaus aus Marten war nicht der erste, der am Dienstag das Ordnungsamt wegen eines bissigen Fuchses angerufen hatte. Das Tier war ihm und einem Eiermann, der auch Jäger ist, über den Weg gelaufen. "Wir haben laut geklatscht und gerufen, das hat ihn nicht verscheucht", berichtete Reininghaus. Möglicherweise habe der Fuchs Tollwut.

MARTEN

, 15.10.2016
Bissiger Fuchs ließ sich nicht vertreiben

Patrick Reininghaus hat den kranken Fuchs in Marten fotografiert.

Die Stadt hatte am Donnerstag mitgeteilt' type='' href='http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44379-Marten~/In-Marten-Zwei-Menschen-von-Fuchs-gebissen;art2577,3132172, dass in den vergangenen Tagen zwei Menschen in der Nähe der S-Bahn-Haltestelle Germania in Marten von einem Fuchs angegriffen und gebissen wurden. „Der Fuchs hat hier alle Gärten abgestreift und ist dann weitergezogen“, erzählt Reininghaus. Das Tier sei apathisch gewesen, deutlich abgemagert („ein absolutes Gerippe“) und habe Speichel an der Schnauze gehabt. Für ihn und den Jäger seien das deutliche Anzeichen von Tollwut gewesen.

Wildtollwut gibt es allerdings seit 60 Jahren in Dortmund nicht mehr. Dr. Matthias Hinz vom städtischen Veterinäramt hält es für wenig wahrscheinlich, dass es sich tatsächlich um Tollwut handelt, erklärte er auf Nachfrage. Die Krankheitssymptome träfen auch auf andere Krankheiten zu, wie etwa Staupe. Dr. Hinz: „Die Symptome können zig Ursachen haben.“ So könne der Fuchs etwa aufgrund von Parasitenbefall so abgemagert sein.

Deutschland gilt mit Ausnahme der Fledermaustollwut seit 2008 als tollwutfrei. Tollwut tritt aber unter anderem noch in Osteuropa auf. Deshalb sei es nicht unmöglich, dass der Tollwutvirus durch Importtiere, die unbemerkt über die Grenze gebracht werden, hierhergetragen wurde, so der Amtsveterinär: „Um das alles auszuschließen, müsste man den Fuchs untersuchen – wenn man ihn findet.“ Zurzeit versuche man, den Fuchs mit Unterstützung der Jagdbehörde einzufangen.

Wer den Fuchs sieht, oder ihn möglicherweise verendet findet, sollte auf jeden Fall „die Finger davon lassen“, warnt Hinz. „Vielleicht ist er nur apathisch und springt dann auf.“ Dass vermehrt Wildtiere in der Stadt auftauchen, sei ein grundsätzliches Phänomen, erläutert Hinz. Entlang der S-Bahntrasse in Marten gebe es viele Schrebergärten mit Enten und Hühnern, sagt Patrick Reininighaus. Das wird den Fuchs angelockt haben.

Tollwut ist eine Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute, fast immer tödliche Gehirnentzündung verursacht. Ist das Virus im Gehirn, zerstört es das Nervensystem. So weit kommt es aber nur, wenn man sich nicht rechtzeitig impfen lässt – auch nach einem Biss, bevor die ersten Symptome auftreten. Tollwut beim Fuchs wurde mit ausgelegten Impfködern bekämpft.

 

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