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Blut im Lunchpaket der Polizei

Gewerkschaft kritisiert

Verschimmelte Schnitzel in Mettmann und jetzt Blut in zwölf Polizei-Lunchpaketen beim Spiel von Borussia Dortmund gegen Manchester City: Den Hundertschaften hängt das Essen bei Großeinsätzen zum Halse raus.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 11.08.2010
Blut im Lunchpaket der Polizei

Lecker-lecker Mittagessen: Dieses Lunch-Paket lieferten die Ruhr Nachrichten einmalig fürs Foto.

Dass der Stress im Polizeiberuf krank machen kann, ist längst bekannt – kommen jetzt noch Lebensmittelvergiftungen hinzu? Diese Frage stellen sich nach mehreren Gammelfleisch-Vorfällen die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Personalrat im Dortmunder Präsidium an der Markgrafenstraße.

Mit Blut verschmierte Essenstüten bei dem Fußballeinsatz in der vergangenen Woche lassen die Versorgungspraxis erneut schlecht aussehen. In Dortmund hat das einen besonderen Grund: Wir sind Standort einer Einsatzhundertschaft und immer wieder Schauplatz für Großeinsätze, an denen Einheiten aus ganz Deutschland teilnehmen. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auch bei Demonstrationen, wenn bis zu 3000 Polizisten für mindestens 24 Stunden im Einsatz sind und versorgt werden müssen. Nach den Hygiene-Pannen in NRW dürfte bei auswärtigen Einheiten in Vorfreude auf den nächsten Einsatz in diesem Land jetzt schon das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Gewerkschaft und Personalrat bewerfen das Ministerium NRW wegen seines „Privat vor Staat“-Diktats mit faulen Eiern: Bevor das Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) das Packen von Lunch-Paketen an Caterer vergeben hat, sind die von der Dortmunder Polizei eingesetzten Kräfte anstandslos von der Küche der früheren Polizeischule in Bork verpflegt worden. Der GdP-Landesvorsitzende Frank Richter und der stellvertretende GdP-Kreisvorsitzende Frank Schniedermeier fordern die Rückkehr zum früheren Verfahren – die Behörde soll selbst entscheiden, wer für ihre Einsatzkräfte kocht. Derzeit fordert die Polizei beim LZPD in Mülheim bei einem Kräfteaufkommen von mindestens 500 Polizisten die Lunchpakete an.

Caterer bewerben sich dann beim LZPD – und das entscheidet, welchen Lieferanten die örtlichen Planer ansprechen müssen. Laut LZPD-Sprecher Jörg Sommerfeld habe das Verfahren einen Vorteil: „Das Essen hat dann unter ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten einen einheitlichen Standard.“ Polizisten hoffen, das Blut und faules Fleisch nicht dazu gehören.

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