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Brauereien erhöhen Fassbier-Preise - Kleine Kneipen leiden

Gezapftes wird teurer

Bitburger hat im Januar sozusagen das Fass angeschlagen, seitdem erhöhen weitere Brauereien die Preise. Es geht nicht um Flaschen im Handel, sondern ums Fassbier, das die Brauereien Gastronomen verkaufen. Auch die Dortmunder Brauereien haben zum 1. Februar die Preise erhöht.

DORTMUND

, 02.02.2017
Brauereien erhöhen Fassbier-Preise - Kleine Kneipen leiden

Natalia Perschall mit einem frisch gezapften Thier-Pils: Das 0,3-Liter-Glas kostet im Alten Markt bereits seit Oktober 2,70 statt 2,60 Euro. Andere Wirte erhöhen nun durch die Preissteigerung der Brauereien ihre Bierpreise.

 „Moderat“, sagen manche Wirte – und verlangen trotzdem vom Gast mehr fürs frisch Gezapfte. Manch kleine Kneipe wiederum traut sich das noch nicht. 

Eine Liste für Gastronomen, die der Redaktion vorliegt, zeigt den Rahmen der Preiserhöhungen. Die Brauereien verlangen zwischen 9 und 16 Euro mehr je 100 Liter. Von den Dortmunder Brauereien, die an der Steigerstraße brauen, gibt es keine Auskunft dazu, um wie viel die Preise für Marken wie Kronen, Thier, Hövels & Co. steigen. Geschäftsführer Uwe Helmich teilte nur mit, dass Fassbier von Brinkhoff‘s nicht von der Erhöhung betroffen sei. Nötig seien die Erhöhungen für die anderen Marken wegen gestiegener Kosten in der „Gastronomievermarktung“. Was genau das bedeutet, mochte Helmich auf Nachfrage nicht erläutern.

Erhöhung wird über den Glaspreis weitergegeben

Die Bierpreise stiegen „auch durch Erhöhungen bei Rohstoffen und Energie“ an, sagt Hartmut Eicher, Geschäftsführer der Servgast GmbH, die unter anderem das Wenkers am Alten Markt und die Hövels-Hausbrauerei betreibt. Eicher kann die Erhöhung nachvollziehen und findet sie „moderat“, zumal die letzte einige Zeit zurückliegt. In „moderatem Rahmen werden wir das über den Glaspreis weitergeben“, sagt Eicher. Im Wenkers auf jeden Fall, im Hövels vielleicht.

5 Euro je 100 Liter Thier-Pils mehr zahlt ab sofort Frank Jülich, Wirt im Alten Markt, der Brauerei. Jülich: „Ich habe meinen Bierpreis schon im Oktober um zehn Cent angehoben und werde ihn jetzt nicht erneut anheben.“ 2,70 statt 2,60 Euro kosten 0,3 Liter Thier, vor allem wegen der Personalkosten habe er den Preis erhöht. Klar hätten die Kunden gemeckert – letztlich hätten sie den Preis aber akzeptiert.

"Das macht die Kundschaft nicht mit"

Gastronom Heinz Overkamp, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes, hält die Erhöhungen durch die Dortmunder Brauereien wie Hartmut Eicher ebenfalls für moderat. „Man muss fairerweise sagen, dass es mal sein musste.“ Dennoch, so Overkamp, tue die Erhöhung gerade kleinen Kneipen weh. „Die müssten mehr fürs Bier nehmen, aber das können sie kaum machen.“ Einst gab es einmal 700 kleine Kneipen in Dortmund, inzwischen dürften es vielleicht noch über 100, aber deutlich unter 200 sein, schätzt Overkamp.

Eine kleine Kneipe ist die Gaststätte Einkehr an der Hansastraße. Wirtin Leonarda Schlüter muss 8 Euro mehr für 100 Liter Kronen zahlen. Sie halte aber ihre Preise: „Ich habe Angst, Gäste zu verlieren.“ Auch im Lütge-Eck im Brückstraßenviertel ist man alles andere als glücklich mit den gestiegenen Bierpreisen. „Aber wir können nicht mit den Preisen hochgehen“, sagt eine Mitarbeiterin, „das macht die Kundschaft nicht mit.“ 

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