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Bürgerdienste leiden unter "eklatanter Personalnot"

Verwaltungsstellen

Die Hochphase für die Bürgerdienste als Anlaufstelle für Ausweis-Verlängerungen beginnt erst mit den Schulferien, doch schon jetzt werden die Schlangen vor den Tischen der Sachbearbeiter immer länger, das Klima gereizter; denn es fehlt Personal. Ganze 28 Stellen bei den Bürgerdiensten sind unbesetzt.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 26.06.2012
Bürgerdienste leiden unter "eklatanter Personalnot"

Lange Wartezeiten sind die Folge der massiven Personalnot bei den Bürgerdiensten und Verwaltungsstellen der Stadt.

Die Bezirksverwaltungsstelle Eving war schon eine ganze Woche geschlossen und bedient zurzeit nur nach Terminvereinbarung, und auch in Brackel braucht man nachmittags einen Termin. Die nächste Einschränkung könnte die Bezirksverwaltungsstelle in Scharnhorst treffen, und selbst im Dienstleistungszentrum im Stadthaus konnte man am letzten Freitag nur bis 11.30 Uhr Wartemarken ziehen statt sonst bis 16 Uhr.

 In „dieser krassen Form“ habe es die Einschränkungen bei den Bürgerdiensten noch nicht gegeben, räumte der Leiter Peter Spaenhoff auf Anfrage der Redaktion ein: „Das liegt daran, dass wir zu wenig Personal haben.“ Frei gewordene Stellen seien nicht wiederbesetzt worden. „Wir haben schon sehr lange Zeit unter Bedarf ausgebildet“, ergänzt Jörg Markau, zweiter stellvertretender Vorsitzender des Personalrats.

 Auch die vor Jahren ausgedehnten Öffnungszeiten an Samstagen und Donnerstagen stehen auf der Kippe. Wegen der „akuten, eklatanten Personalnot“ hat der Personalrat die unterschriftsreife neue Dienstvereinbarung über Öffnungszeiten bislang nicht unterzeichnet, schrieb der Personalrat am 12. Juni an den Personaldezernenten und Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Die alte Dienstvereinbarung mit den ausgeweiteten Öffnungszeiten ist am 31. Mai ausgelaufen (mit einer Nachlauf-Frist bis Ende des Jahres), die neue sollte am 1. Juli in Kraft treten.  Die Arbeit fällt nicht weg  Trotz Personalnot – einer weiteren Einschränkung der Öffnungszeiten seien Grenzen gesetzt, sie könnten nur Spontan-Maßnahmen sein, so Spaenhoff, „denn die Arbeit fällt nicht weg.“ Die Bürger brauchen ihren Pass oder Personalausweis für den Urlaub. „Den Unmut bekommen die ab, die noch da sind“, meint Personalvertreter Markau.Gleichzeitig wird zum ersten Juli das so genannte „Hörder Modell“ auf alle Stadtbezirke ausgeweitet: Die Bezirksverwaltungsstellen sind dann nur noch Annahmestellen für Personalstands- und Versicherungs-Angelegenheiten sowie Wohngeld-Anträge, die Bearbeitung erfolgt in der Innenstadt. 

Damit Wartezeiten vor Ort entfallen, kann man für diese Dinge auch Termine vereinbaren. Diese Neuregelung hat in Hörde gut funktioniert und wird vom Personalrat grundsätzlich begrüßt, doch jetzt sehe er „das ganze Modell gefährdet“, sagt Markau, „für solch einen Service muss man ausgestattet sein.“ Und die Terminvereinbarungen per Telefon helfen auch nur bedingt, wenn man beim städtischen Call-Center Do-Line nur noch schlecht durchkommt. Dort fehlen zehn Prozent des Personals.

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