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CDU-Politiker im Visier der Autonomen

Nordstadt

Nach zwei Angriffen auf das „Bunte Haus“ des Kinderschutzbundes in der Nordstadt haben Linksautonome in der Nacht zum vergangenen Freitag auch das Wohnhaus des CDU-Bezirksvertreters Thomas Bahr an der Lessingstraße mit Farbbeuteln beworfen.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 08.02.2011

In einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben begründet ein Autor den Anschlag unter der Überschrift „Farbeier für CDU in der Nordstadt“ so: Der CDU-Politiker sei ein „Rechtspopulist“, weil er sich gegen „kriminelle Elemente und menschenverachtende Lebensformen von Randexistenzen aus ganz Europa“ ausgesprochen habe.

Die Radikalen legen ihm wegen dieser Formulierung „den Beitritt in die NPD nahe“: Mehrere mit seinen Personalien ausgefüllte NPD-Mitgliedsanträge klebten sie an die Hauswand.„Er braucht nur noch zu unterschreiben“, heißt es weiter. Der Internet-Text geht auch auf die eingeschlagenen Schaufensterscheiben des Kinderschutzbundes an der Lambachstraße ein. „Ihr seid nicht auf der Helferseite, auch wenn ihr euch das so einredet. Ihr steht auf der Seite derer, die aus dem Kapitalismus einen schöneren Kapitalismus machen wollen“, so der Grund für die Zerstörungswut.

Wie berichtet, hatten Linksautonome am 2. Februar zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage die Scheiben des Kleiderladens an der Lambachstraße eingeschlagen, weil ein Kinderschutzbund-Mitarbeiter aus Unna der Eigentümer eines in Berlin besetzten und von der Polizei geräumten Hauses („Liebig 14“) sein soll. Die Angriffe auf den Kinderschutzbund und auch auf die Polizei bezeichnet der Internet-Autor mit dem Pseudonym „kiezsportliche nrdstkids“ als „gebührende Klatsche“ und „Freundlichkeitsbesuch“.

Der Text kommt einer generellen Kampfansage gleich.  Polizei, Politik und Justiz hätten über Jahre ein Dortmunder Naziproblem ignoriert und sich so linksradikalen Widerstand als Problem heran gezogen. „Wir sind ausgerüstet mit Farbeiern, Pflastersteinen, sportlichen Schuhen und einer vorlauten Fresse“, so die Drohgebärde.

Zwei Absätze weiter nennt der Verfasser weitere Namen: Den der alteingesessenen Nordstadt-Politikerin Gerda Horitzky und den einer Schulpflegschaftsvorsitzenden, die zuletzt auf die Probleme des Stadtbezirks auch aus Kindersicht aufmerksam gemacht hatte. Letzter Satz: „Ihr hört von uns.“

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