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Darum ist der Verkehrsversuch an der Faßstraße gelungen

Gutachten liegt vor

Die Faßstraße bleibt zweispurig, auch Tempo 30 und das versetzte Fahren auf einem Teilstück bleiben erhalten. Dieser Empfehlung eines Gutachtens zum viel diskutieren Verkehrsversuch schließt sich die Bezirksvertretung Hörde an. Das sind die Gründe dafür.

HÖRDE

, 05.10.2016
Darum ist der Verkehrsversuch an der Faßstraße gelungen

Die Faßstraße, hier ein Bild von Juni, ist zur Versuchsstrecke geworden. Die von vielen befürchteten negativen Folgen gab es laut eines Gutachtens bisher nicht.

Welche Entscheidung ist in der Bezirksvertretung (BV) gefallen?

Das Stadtteil-Gremium empfiehlt, die jetzige Regelung (ein überbreiter Fahrstreifen, größerer Fahrradweg, versetztes Fahren und Tempo 30 auf einem Teilstück) mit minimalen Änderungen beizubehalten. Grundlage dafür sind die Erkenntnisse, die das Ingenieurbüro in den vergangenen vier Monaten gewonnen hat. Der Rat der Stadt Dortmund soll den endgültigen Beschluss am 10. November fassen. Im Februar 2017 folgt der Baubeschluss für einen überarbeiteten Entwurf für die gesamte Faßstraße. Der Umbau ist ab 2018 geplant. Ziel ist es, eine Infrastruktur zu schaffen, die radfahrer- und fußgängerfreundlich ist und eine Verbindung zwischen Hörder Ortskern und Phoenix-See schafft.

Wie wurde der Verkehrsversuch wissenschaftlich begleitet?

Es gab eine detaillierte Verkehrsbeobachtung vor (August 2015) und nach Einrichtung des Verkehrsversuchs (Juni 2016). Untersucht wurden an fünf Knotenpunkten Anzahl der Pkw, durchschnittliche Geschwindigkeit und die genutzten Routen. Zudem haben Videokameras entlang der Faßstraße das Verkehrsgeschehen aufgezeichnet. Ein Problem bei der Zählung laut Winfried Sagolla (Foto) vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt: „Wir hatten nur knapp sechs Wochen normale Verhältnisse. Seit Anfang Juli und noch in der gesamten nächsten Zeit begleiten uns Baustellen, die ein massiver Eingriff sind.“

Worauf stützt sich die Empfehlung die Verkehrsregelung beizubehalten?

  • Das Verkehrsaufkommen ist unverändert: Zwischen 25 000 und 30 000 Fahrzeuge passieren täglich diese Nord-Süd-Verbindung – dieselbe Dimension wie vor dem Verkehrversuch. Es gab laut Polizei keine größeren Unfälle.
  • Es gibt keine Verdrängung des Verkehrs auf Nebenstraßen: Willem-van-Vloten-Straße, Weingartenstraße, Alfred-Trappen-Straße, Seekante, Hörder Hafenstraße, Seekante, Hermannstraße und Hörder Bahnhofstraße sind laut des Gutachtens nicht stärker genutzt als vorher.
  • Die Geschwindigkeit hat sich reduziert: Durch die Reduzierung auf Tempo 30 auf einem Teilstück sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der gesamten Straße.

Was sind die weiteren Ergebnisse des Gutachtens?

  • Viele Autofahrer nutzen den Radweg: Obwohl der Platz eigentlich selbst für zwei große Pkw nebeneinander ausreicht, tun sich viele Autofahrer mit der 4,85 Meter breiten Fahrbahn schwer und weichen aus. Diese soll deshalb auf fünf Meter verbreitert werden. Der Radweg wird dafür etwas schmaler und durch rote Farbe etwas besser sichtbar gemacht.
  • Die Zahl der Radfahrer ist gering: In der Spitze gerade einmal zehn Radfahrer am Test-Tag – offenbar wirken die vielen Baustellen abschreckend. Die Stadtplaner zeigten sich am Dienstag aber optimistisch, dass Radfahrer die Route bald besser annehmen.
  • Die Zahl der Fußgänger ist hoch: Es pendeln so viele Fußgänger zwischen See und Innenstadt, dass es einen Bedarf nach gut ausgebauten Überwegen gibt. Allerdings sind Fußgängerzählungen schwierig, weil wetterabhängig.

Was sagen die Bezirksvertreter zum Gutachten?

Es gab keine Gegenstimme, aber Nachfragen aus jeder Fraktion. „Wir hätten erwartet, dass es eine längere Begleitung des Verkehrsversuchs gibt“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Depenbrock. „Das kostet sehr viel Geld“, sagte Winfried Sagolla darauf. Der Versuch habe trotz des Wissens um die Baustellen an Media-Markt und Sparkassen-Akademie jetzt umgesetzt werden müssen, da die Faßstraße sonst aus dem Förderzeitraum von Bund und EU für den Stadtumbau fällt. Marcel Beckman (SPD) kritisierte die dauerhaften „Beinahe-Kollisionen“ beim Nebeneinanderstehen. Alle drei Monate soll es in der BV einen Bericht über die Entwicklung geben.

Deutliche Kritik äußerten Vertreter des Aktivkreis Hörde. Händler beklagen Umsatzeinbußen von 30 Prozent. „Die Durchfahrt durch Hörde wird erschwert. Damit verprellen wir Kunden“, sagte Karl Heinz Kleinhans vom Aktivkreis.

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