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Darum müssen Rolli-Fahrer rückwärts parken

Vorschriften für Rollstuhlfahrer in Bussen

Hubertus Morgenroth ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Er ist damit ziemlich mobil – auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es ärgert ihn deshalb, wenn ihm Vorschriften gemacht werden. Eine davon: In Bussen darf er seinen Rollstuhl nur mit dem Rücken zur Fahrtrichtung parken.

Dortmund

, 21.02.2018
Darum müssen Rolli-Fahrer rückwärts parken

Hubertus Morgenroth ärgert sich über Vorschriften, die er als Rollstuhlfahrer im Bus einhalten muss. © Dieter Menne

„Busfahrer wollen mir sagen, wie ich zu stehen habe“, sagt er. „Bei Menschen, die nicht im Rollstuhl sitzen, ist das kein Thema.“ Hubertus Morgenroth fühlt sich gegängelt. Hinzu kommt, dass Morgenroth seine rechte Hand nicht nutzen kann, um sich festzuhalten. Parkt er dort, wo er soll, gibt es linker Hand jedoch keinen Griff.

Busfahrer müssen die Regeln umsetzen

Allerdings: Die Vorschriften haben gute Gründe. Die Positionierung mit dem Rücken zur sogenannten „Prellplatte“, also entgegen der Fahrtrichtung, sei wichtig, um zu verhindern, dass der Rollstuhl beim starken Bremsen wegrollt oder umkippt, erklärt Britta Heydenbluth von der DSW21 auf Anfrage. Man arbeite in solchen Fragen auch mit dem Behindertenpolitischen Netzwerk der Stadt Dortmund zusammen.

Und auch dort schätzt man die Sicherheitsregeln als notwendig ein. Außerdem: „Sicherheitsregeln gelten ja für alle, zum Beispiel auch für Menschen mit Fahrrad oder Gepäck“, sagt Christiane Vollmer vom Netzwerk.

Durchsetzen müssen die Regeln am Ende die Busfahrer. Wenn ihr Bus aber mal besonders voll ist oder die Zeit drängt, dann kann so ein Hinweis auf Sicherheitsvorschriften auch schon mal scharf kommen. Das sollte nicht passieren, ist aber verständlich.

Die Bahnen sind häufig zu eng

Eva Schmitz ist ebenfalls regelmäßig mit ihrem Rollstuhl in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Sie sagt, es würde vor allem in Bahnen auch mal eng für sie. Besonders, wenn ältere Menschen mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen mitführen.

Schmitz plädiert für eine einfache Lösung: Kommunikation mit den Mitfahrenden. Offene Kommunikation mit Mit- und Busfahrern, das betont auch Britta Heydenbluth.

Es ist wohl ein schmaler Grat zwischen Selbstbestimmung und Sicherheit, den die DSW21 da beschreiten muss. Jeder Busfahrer rangiert zudem zwischen Fürsorge und Über-Fürsorge. Am Ende müssen sie jedoch die vorgegebenen Bestimmungen durchsetzen. Wie charmant sie dabei sind „hängt auch davon ab, wie sehr die selbst im Stress sind“, schätzt Eva Schmitz – wohl zu Recht.

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