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Das erwartet Besucher der Pink-Floyd-Ausstellung im Dortmunder U

„Their mortal remains“

In Dortmund eröffnet mit der Pink-Floyd-Retrospektive eine Ausstellung, die bisher nur in London und Rom zu sehen war. Dafür haben die Macher sogar die „The Wall“-Kulisse wieder aufgebaut.

Dortmund

, 14.09.2018
Das erwartet Besucher der Pink-Floyd-Ausstellung im Dortmunder U

Einer der Höhepunkte der Pink-Floyd-Ausstellung im Dortmunder U-Turm ist der Nachbau der „The Wall“-Kulisse von 1980/81. © Oliver Schaper

Handy aus, Kopfhörer auf und schon erklingen die sphärisch-psychedelischen Sound-Experimente aus der Anfangszeit von Pink Floyd. Direkt zieht die multimediale Ausstellung „Their mortal remains“ („Ihre sterblichen Überreste“) die Besucher im Dortmunder U-Turm in die Welt der rebellischen Jugendkultur Mitte der 1960er-Jahre.

Ein kometenhafter Aufstieg

Das Flower-Power-Bunt auf den Plakaten jener Zeit und die entrückten Klangwagnisse der Jugend- und Studentenfreunde Roger Waters, Syd Barrett, Nick Mason und Richard Wright bilden den Ausgangspunkt für eine problemlos zweistündige Reise durch die Geschichte dieser britischen Kult-Band.

Je intensiver man auf die Instrumente und die technischen Sound-Gerätschaften schaut, je mehr man an den Info-Tafeln liest und je tiefer man eintaucht in die Musik, umso nachvollziehbarer wird der kometenhafte Aufstieg von Pink Floyd zwischen 1965 und 1973. Aus den rauschhaften Improvisationen der Anfangszeit mit Syd Barrett, der wegen seiner Drogenexzesse für die Band bald nicht mehr tragbar war, entwickelte Sänger Roger Waters dann mit Gitarrist David Gilmour einen massentauglichen Kunstrock. Diese Entwicklung gipfelte bereits 1973 in dem Konzeptalbum „Dark side of the moon“, einem der weltweit meistverkauften Alben aller Zeiten.

Mit dem Kopfhörer von Videotafel zu Videotafel

Die Retrospektive würdigt dieses auch wegen seines Prismas auf dem Cover weltbekannte Album mit einem ergreifend strahlenden 3 D-Prisma in einem schwarzen Raum. Durch viele unbekannte Notizen und die persönlichen Erzählungen der Bandmitglieder in einigen Videos werden die Verschränkungen zwischen frühen Kompositionen und dem Welterfolg „Dark side of the moon“ deutlich. Das Stück „Us and them“ zum Beispiel war schon für den Soundtrack zum 1970 erschienenen Film „Zabriskie Point“ geschrieben worden.

Der Kopfhörer wandert bei dieser chronologisch angeordneten Ausstellung automatisch mit. Von Album zu Album, von Videotafel zu Videotafel. Gesprochen wird englisch, oft gibt es aber deutsche Untertitel und Infos.

Die nachgebaute Kulisse der „The Wall“-Tour von 1980/81

Als Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason, der zurzeit solo auf Tournee ist und gestern die Schau eröffnete, gefragt wurde, was denn sein Lieblings-Ausstellungsstück sei, nannte er das Mischpult, auf dem jeder Besucher das Stück „Money“ nach eigenem Geschmack mixen kann. Die wirklichen Highlights sind aber sicherlich die nachgebaute Kulisse der „The Wall“-Tour von 1980/81 und die Audio-/Video-Installation, die den Besucher am Schluss mitten hineinstolpern lässt in das letzte Konzert von Pink Floyd und die atemberaubenden Gitarren-Soli von David Gilmour im Stück „Comfortably numb“. Dabei gilt: Kopfhörer ab und hören!

Das erwartet Besucher der Pink-Floyd-Ausstellung im Dortmunder U

Beim Gang durch die Ausstellung wandern die Musik und die Informationen auf dem Kopfhörer mit. © Oliver Schaper

Konzipiert worden ist die Ausstellung vom Victoria & Albert Museum in London, wo sie im vergangenen Jahr sämtliche Besucherrekorde sprengte. Anschließend wanderte sie ins Museo Macro nach Rom. Dass sie nun in Dortmund zu sehen ist, hat viel mit der legendären „The Wall“-Tour zu tun. Die Live-Aufführungen dieses bombastischen Rock-Theaters waren so aufwendig und kostenintensiv, dass sie weltweit nur in vier Städten gezeigt wurden. In London, Los Angeles, New York und Dortmund.

Mason: „Ein herausragender Veranstaltungsort“

In Europa bot damals nur die Westfalenhalle die Möglichkeit, das mit 18 Sattelschleppern herangekarrte Equipment zu händeln. Dass es U-Turm-Chef Edwin Jacobs gelang, 37 Jahre später die begehrte Pink-Floyd-Ausstellung nach Dortmund zu holen, hat viel mit den sieben Konzerttagen im Februar 1981 zu tun. Aber auch mit dem U-Turm. „Der ist ein herausragender Veranstaltungsort“, sagte Nick Mason.

Dass Pink Floyd im Grunde 1985 mit dem Ausstieg von Roger Waters aufgelöst waren, dass die einstigen Jugendfreunde sich total zerstritten und die Reizfigur Waters heute immer offener antisemitisch agiert, wird nicht entsprechend thematisiert. Pink Floyd wird als großes Stück Gegenwartskultur gefeiert. Das aber spektakulär.

„The Pink Floyd Exhibiton: Their mortal remains“ im Dortmunder U-Turm, Leonie-Reygers-Terrasse, bis 10.2.2019, Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 10 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag 10 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 22 Uhr. Über 350 Exponate werden präsentiert. Eintritt 29,76 Euro. Schüler und Studierende bis 27 Jahre 23,16 Euro. Karten sind im Vorverkauf bei Eventim erhältlich.
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