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Das müssen Sie zur 658. Bartholomäus-Kirmes wissen

Dortmunds wichtigstes Volksfest

Die Bartholomäus-Kirmes geht ab Freitag in ihr 658. Jahr. Die Zahl signalisiert Kontinuität, doch in diesem Jahr ändert sich vieles auf der Traditionskirmes vom 25. bis 28. August. Wir geben einen Überblick über den viertägigen Feier-Marathon im Lütgendortmunder Ortskern.

LÜTGENDORTMUND

, 22.08.2017
Das müssen Sie zur 658. Bartholomäus-Kirmes wissen

Das erst wenige Wochen alte Fahrgeschäft Turbine wurde bislang erst auf wenigen Jahrmärkten aufgebaut.

Grund für die anstehenden Veränderungen ist der Bau des neuen Rewe-Marktes an der Lütgendortmunder Straße. Der entsteht auf dem ehemaligen Parkplatz, der viele Jahre als Standort der größeren Fahrgeschäfte diente. Die fallen glücklicherweise in diesem Jahr trotzdem nicht weg.

Georg Ohmann vom Ordnungsamt hat zwei Ausweichstandorte gefunden: Den Parkplatz am Feuerwehrhaus und gegenüber den Parkplatz am Haus der Sozialdienste. „Die Fläche der Kirmes hat sich nur minimal verringert“, verspricht Ohmann. Zur Freude der Schausteller: „Die Bartholomäus-Kirmes ist Dortmunds wichtigstes Volksfest. Wir sind unheimlich dankbar, dass sich die Stadt so für den Erhalt der Kirmes in ihrer bisherigen Größe eingesetzt hat“, sagt Patrick Arens vom Schausteller-Verband Rote-Erde.

Über ein Dutzend Fahrgeschäfte und hundert Schausteller

Insgesamt wird es wieder neun Fahrgeschäfte für Erwachsene und sieben für Kinder geben. Mit dabei die Bartholomäus-Klassiker Amazonas-Bahn, Schwanenflieger, Breakdancer, sowie zwei Autoskooter und Attraktionen wie der Night-Style und der Kesseltanz. Night-Style ist eine Art Hollywoodschaukel mit Überschlag, während der Kesseltanz eine große, familienfreundliche Zentrifuge ist. Die Turbine ist ebenfalls eine Zentrifuge, die mit 24 Umdrehungen pro Minute nur etwas für größere Besucher ist.

Zu den Fahrgeschäften gesellen sich noch weitere hundert Schaustellerbetriebe. Während die Zahl der Karussells gleich geblieben ist, müssen durstige Kirmes-Gäste auf gleich drei Getränke-Stände verzichten. Das Café Blickpunkt, das Hotel Specht und die Eisenbarth-Gastronomie stellen keinen Ausschank mehr. In die Leerstelle am Café zieht wie berichtet die SG Lütgendortmund um. Insgesamt betreiben die Lütgendortmunder Vereine sieben Getränkestände.

Ein Euro Pfand auf alle Gläser

Beim Ausschank gibt es eine neue Regel. Getränke gibt es diesmal in Gläsern auf die ein Euro Pfand erhoben wird. „Das hat bei der Kirchlinder Woche sehr gut funktioniert“, sagt Reinhard Sack von der IG Lütgendortmunder Vereine und Verbände. Die Plastik-Becher der früheren Jahre haben sich demnach nicht gerechnet, weil viele Gäste sie als Andenken mit nach Hause genommen haben.

Die Bartholomäus-Kirmes geht – wie der Name schon sagt – auf das Kirchweihfest der Bartholomäus-Kirche zurück. Deshalb umrahmen wieder die evangelische und die katholische Kirchengemeinde die Kirmes mit ihren Gemeindefesten.

Gute Nachricht von der Lütgendortmunder Amtsleiterin Birgit Durrei: „Ab Montag vor der Kirmes fährt die S-Bahn wieder bis unter den Heinrich-Sondermann-Platz.“

So läuft der Aufbau

Die Schausteller sind am Montag (21. 8.) angereist. Stellplatz für ihre Wohnwagen ist der neue Parkplatz am im Bau befindlichen Rewe. Am neuen Kirmes-Standort Parkplatz Feuerwache beginnt der Aufbau der Fahrgeschäfte am Dienstag (22. 8.) um 18 Uhr.

Die anderen Fahrgeschäfte auf der Lütgendortmunder Straße werden ab Mittwoch (23. 8.) 8 Uhr aufgebaut. Der Aufbau auf dem Marktplatz beginnt nach dem Wochenmarkt um 14.30 Uhr. Auf der Limbecker-, Werner-, Theresen-, Berta- und Beguinenstraße wird ab Donnerstag (24. 8.) aufgebaut.

Um den Bezug zur Kirchweihtradition zu unterstreichen, gibt es am Freitag (25. 8.) um 17 Uhr wieder einen ökumenischen Gottesdienst in der Bartholomäuskirche. Danach geht es mit Pauken und Trompeten zum Schwanenflieger, wo Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit einem Bierfass-Anstich die Kirmes um 18 Uhr offiziell eröffnet. Drei Böllerschüsse markieren den Kirmesbeginn.

Das müssen Sie über das Programm wissen:

  • Die Öffnungszeiten der Stände und Fahrgeschäfte lauten: Freitag (25. 8.) 16 bis 24 Uhr, Samstag (26. 8.) 14 bis 24 Uhr, Sonntag (27. 8.) 14 bis 23 Uhr, Montag (28. 8.) 10 bis 24 Uhr.
  • Am Montag in der Zeit von 11 bis 18 Uhr gilt für alle Fahrgeschäfte „einmal zahlen, zweimal fahren“. Gegen 22 Uhr findet das Höhenfeuerwerk statt.
  • Am Sonntag gibt es ab 15 Uhr den großen Umzug über das Kirmesrund. Traditionell nehmen vor allem die Vereine daran teil. Praktisch darf aber jeder der will, mitmarschieren.
  • Der Wochenmarkt wandert am Samstag (26. 8.) vom Marktplatz auf die Limbecker Straße, die dafür von 4 bis 15 Uhr bis zur Lütgendortmunder Straße gesperrt wird.
  • An den vier Kirmestagen baut die Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände (IGLVV) erneut ihre Show-Bühne auf dem Parkplatz zwischen Rewe-Markt und Sparkasse auf. Dort zeigen Lütgendortmunder Vereine ihr Können. Aber auch die neue Tanzschule Stichmann hat eine Show vorbereitet.
  • Für das Bühnenprogramm der IGLVV sorgen am Freitag von 18 bis 23 Uhr die Trio Pilot Music Band; am Samstag von 18 bis 23 Uhr das Sound Team; am Sonntag von 16 bis 18 Uhr der Shanty-Chor unter der Leitung von Wolfgang Bercio und von 18.30 bis 20 Uhr das Ensemble Trompetenklänge Kornharpen sowie am Montag 18 bis 22.30 Uhr Herbert & Friends.
  • Am Schlusstag der Kirmes werden zum Krammarkt in der Westricher Straße rund 30 Händler erwartet, die von 7 bis 13 Uhr dort ihre Waren feilbieten werden. Der Krammarkt gehört seit Jahrhunderten zur Kirmes dazu. Die fahrenden Händler brachten Waren – Textilien, Gewürze, Haushaltsgeräte und andere Produkte – nach Lütgendortmund, die es sonst nicht zu kaufen gab.

Busse fahren Umleitungen, Straßen werden gesperrt

Wegen der Kirmes lässt die DSW21 Umleitungen fahren. Denn die Lütgendortmunder Straße und die Limbecker Straße (zwischen Neu-Iserlohner-Straße und Westermannstraße) werden ab Mittwoch (23. 8., Betriebsbeginn) bis Dienstag (29. 8., circa 14 Uhr) komplett für den Verkehr gesperrt.

Betroffen sind die Bus-Linien 440 (Abendverkehr), 462, 463, 464, 470 sowie die Nachtexpress-Linien NE9, NE12 und NE40. Die Haltestellen „Theresenstraße“, „DO-Lütgendortmund S“, „Bleichstraße“ und „Kaubomstraße“ (in Richtung Feldgarten) können nicht angefahren werden. 

Name "Pflaumenkirmes" ist größtenteils verschwunden

Mit Genugtuung beobachten die Kirmesmacher, dass der Alternativname „Pflaumenkirmes“ weitgehend aus dem Sprachgebrauch der Lütgendortmunder verschwunden ist. Die Nationalsozialisten hatten die Kirmes in den 30er Jahren in Herbst-Kirmes umbenannt, um den Kirchenbezug zu verschleiern.

Nach dem Krieg kam der Name „Pflaumenkirmes“ auf. Erst 1990 besann man sich auf die Tradition und die Kirmes hieß wieder „Bartholomäus-Kirmes“.

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