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Das sagt die Stadtverbandsvorsitzende zum Trampolinverbot

Dortmunder Kleingärten

Der Vorstoß des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine, Trampoline aus den Kleingärten zu verbannen, hat hohe Wellen geschlagen. Dem Verein wurde Kinderfeindlichkeit und Regelungswut vorgeworfen. Wir haben dazu mit Edelgard Möller, der Stadtverbandsvorsitzenden der Dortmunder Gartenvereine, gesprochen.

DORTMUND

, 30.03.2017
Das sagt die Stadtverbandsvorsitzende zum Trampolinverbot

Edelgard Möller, die Vorsitzende des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine, weist jede Kinderfeindlichkeit zurück und verweist auf 89 Spielplätze in den Anlagen.

Wie sehr hat Sie die heftige Diskussion, die auch in Ihren Vereinen aufgekommen ist, überrascht? Von Regelungswut und Vergreisung des Vereinslebens war in Leserkommentaren die Rede.

Möller: Das hat mich überrascht. Wir haben gedacht, die Vereine würden uns die Füße küssen. Die Vereine hatten das wachsende Problem mit den immer größer werdenden Trampolinen an uns herangetragen und eine Handlungsempfehlung gewünscht. Dem haben wir entsprochen.

Erklären Sie bitte noch mal, ob wirklich alle Trampoline verschwinden sollen oder erst solche ab einem Meter Durchmesser.

Wir haben uns in dem erarbeiteten Info-Heft dafür ausgesprochen, dass nur Trampoline für Kleinkinder mit einem Durchmesser bis 100 Zentimeter zugelassen werden dürfen. Wie tolerant damit umgegangen wird, kann jeder Verein selbst entscheiden.

Der Beschluss des Stadtverbandsvorstands, der für so viel Wirbel gesorgt hat, ist also nicht bindend? Oder muss auf der Jahreshauptversammlung am 11. Mai darüber abgestimmt werden?

Nein, das ist keine Muss-Vorschrift. Der Stadtverband hat ein Info-Heft beschlossen, in dem die wichtigsten Punkte der Verbandssatzung und des Bundeskleingartengesetzes zusammengefasst sind. Dies soll den Vorständen der Vereine als Arbeitshilfe dienen.

Vermeintlich trifft die Rücksichtslosigkeit der jungen Spaßgeneration auf ruhebedürftige Rentner. Wie sehr trifft Sie der Vorwurf der Kinderfeindlichkeit?

Wir haben nichts gegen Kinder. Im Gegenteil: In 89 von unseren 118 Gartenvereinen unterhalten wir jeweils einen eigenen Kinderspielplatz. Alle werden regelmäßig vom TÜV abgenommen, von uns finanziert, betreut und gepflegt. Hier wird das gemeinschaftliche Spielen der Kinder ermöglicht und gefördert. Die Kinderfeindlichkeit, die uns wegen der Trampolin-Regelung unterstellt wird, wird der Sache nicht gerecht. Es gibt doch überall Regeln. Wenn jeder die Satzung seines Kleingartenvereins lesen würde, bevor er einen Vertrag unterschreibt, gäbe es keine Probleme.

Warum sind die Trampoline ein so großes Problem? Glauben Sie, dass mit ihnen auch der Kinderlärm aus den Gartenanlagen verschwindet?

Kinderlärm ist ausdrücklich kein Beschwerdegrund und hat mit der aktuellen Diskussion nichts zu tun. Wir haben als Stadtverband die hoheitlichen Aufgaben der Stadt im Kleingartenwesen übernommen. Wir sind doch kein Turnverein, wir dürfen nur Baulichkeiten zulassen, die eine der kleingärtnerischen Nutzung dienende Hilfsfunktion haben. Große Trampoline mit Fangnetz sind in jedem Fall als bauliche Anlagen zu betrachten und unzulässig.

Sind zurzeit alle Gärten in Dortmund verpachtet?

Fast alle. Nur 63 sind derzeit nicht verpachtet.

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