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„Der Filz ist ungebrochen“

von Von Gaby Kolle

, 02.08.2008
„Der Filz ist ungebrochen“

Dr. Annette Littmann: ?Ich setze darauf, dass die Wähler dies quittieren werden.?

Was machen Private besser? Littmann: Dem Klinikum fehlt es massiv an Kapital und Knowhow. Beides würden Private mitbringen. Frau Greive ist als Geschäftsführerin untragbar geworden. Wir verlangen ihren Rücktritt, auch wenn das die Stadt wieder eine Stange Geld kosten wird.

Was sagen Sie dazu, dass das Sozialticket teurer werden soll? Littmann: Meine Fraktion hätte das Sozialticket von Anfang an mitgemacht, wenn der Preis 25 Euro gewesen wäre. Die 15 Euro waren ein politischer Preis, insbesondere auf Wunsch der Grünen.

Damit wären wir bei der Arbeitslosigkeit. Littmann: Das bleibt eins der Hauptprobleme von Dortmund. Arbeitsplätze schafft nur die Wirtschaft. Und für Wirtschaftsansiedlung braucht man Flächen. Eine Fläche, die man nutzen könnte, ist die Westfalenhütte. Doch dort laboriert die Stadt seit sieben Jahren, weil die Eigentümer ThyssenKrupp und Ruhrkohle die Entwicklungskosten scheuen. Wenn man keinen Privatinvestor findet, der dieses Risiko übernimmt, könnte es Sinn machen, wenn die Stadt einen Millionenbetrag in die Hand nimmt, die Infrastruktur selbst entwickelt und so eine alte Industriefläche wieder industriell nutzen lässt, ohne auf neue Flächen zurückgreifen zu müssen.

Sie prangern auch immer wieder den Umgang der Stadtverwaltung mit Ausschreibungen an. Littmann: Der Filz in Dortmund ist ungebrochen. Aufträge werden ohne Ausschreibung an Vorfeld-Organisationen der SPD vergeben.

Sie meinen die Seniorenbegegnungsstätte in der Bittermark, die als Gebäude zum Nulltarif an die AWO ging, ohne Ausschreibung der Trägerschaft? Littmann: Ja. Oder Ausschreibungen werden so gestaltet, dass ein Unternehmen, das der SPD nahe stehen sollen, den Auftrag bekommt.

Sie meinen das Abschleppunternehmen Widliczek? Littmann: Kein Kommentar. Nur so viel: Wenn es um einen Politikwechsel geht, muss auch in der Verwaltung einiges aufgeräumt werden. Fast alle Amtsleiter der Stadt haben das rote Parteibuch. Ich kenne nur zwei Ausnahmen.

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