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Der Wander-Galerist

Wenn die Dortmunder den Weg nicht zu mir finden - dann komme ich eben zu ihnen. Dachte sich Galerist Axel Schöber, als er 2005 seine Loft-Etage in der Johannesstraße verließ.

27.12.2007

Fortan wollte er jedes Jahr seine Galerie-Adresse ändern. Citynahe Ladenlokale mit Schaufenstern sollten es sein, die flanierende Passanten neugierig machen sollten. Im Jahr 2006 residierte "ART-isotope" an der Kreuzstraße/Ecke Lindemannstraße, 2007 zog es Schöber an die Hohe Straße. Nun läuft der Mietvertrag erneut aus - in der ersten Januarwoche steht der Umzug an. Noch hat der Galerist keine neue Bleibe, doch eines weiß er: Weitere Umzüge wird es danach nicht geben. Die wandernde Galerie hat's nicht gebracht.

"Eine Berliner Kollegin hatte mich auf die Idee gebracht, jährlich die Adresse zu wechseln", sagt Schöber. In Berlin schien das Konzept "Wander-Galerie" zu funktionieren: Einige Galeristen in der Hauptstadt suchen sich für jede Ausstellung einen neuen Ort, andere wechseln jährlich. Doch was in Berlin ein originelles Mittel ist, um sich aus der Masse der Kunstbetriebe hervorzuheben, nervte das Dortmunder Publikum nur. "Die Reaktionen waren von Anfang an negativ", erinnert sich Schöber, "die Stammkunden haben es nicht verstanden, und wer nur selten kommt, fand es kompliziert, mich wiederzufinden." Schließlich rechtfertigte das Ergebnis den Aufwand nicht mehr - "ich bin schließlich ein Ein-Mann-Betrieb". Gelohnt hat sich die Erfahrung für ihn trotzdem: "Ich habe gelernt, flexibler und schneller auf neue Räume zu reagieren, der Blick dafür, was wo hineinpasst, hat sich geschärft."

Die Feiertage hat Schöber damit verbracht, Immobilienteile zu wälzen. Ein Ladenlokal mit Schaufenstern in der Innenstadt muss es nicht mehr zwingend sein, findet er: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass zwar viele Menschen stehen bleiben, aber nur wenige auch reinkommen." Publikumswirksam dagegen sind seine jährlichen Themen-Ausstellungen, die Schöber mit einem Kunst-Wettbewerb verbindet. Genau die will er in Zukunft ausweiten. "Bei einer Ausstellung zum Thema Boote und Wasser hatte ich einen 50-jährigen Segler im Laden, der das erste Mal in einer Galerie war. Das ist doch toll", findet er. In 2008 sollen Künstler Arbeiten zum Thema "Gentechnik" einreichen. Bei der Präsentation will er mit der Kirche und einer Gentechnik-Firma zusammenarbeiten. pin

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