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Der Wettergott ist ein Raver

Juicy Beats-Festival

DORTMUND Auf 14 Bühnen ging bei Juicy Beats am Samstag die Post ab. 18.000 Besucher strömten in den Westfalenpark, um mehr als 60 DJs und rund 40 Bands in Aktion zu erleben. Und sie feierten bis tief in die Nacht.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 03.08.2008

„Juicy Beats“ dankt der Loveparade! „Wie gut, dass wir das Festival der Parade wegen um eine Woche verschoben haben“, sagen die Veranstalter der großen Musiksause im Westfalenpark. „Land unter“ hätte gedroht, doch am Samstag war der Wettergott mal wieder ein Raver. Kurze Schauer konnten die Besucher nicht stören, sie tanzten eben mit Regenschirm oder Hut weiter. 18.000 Besucher strömten zu „Juicy Beats 13“. 14 Tage nach dem letzten Tanzmarathon hat die gerne unterschätzte „Musikstadt“ Dortmund wieder Flagge gezeigt. Und den Besuchern einen dampfenden Kessel Buntes vorgesetzt, der Electronica & Mehr enthielt.

Wo anfangen bei unserem Rundgang ? Vielleicht bei der Bühne des FZW, eine von diversen Locations, mit denen man die örtliche Club-Szene ins Festivalboot geholt hat. Dort zu hören: Handgemachtes, Rockiges, längst zuhause unter dem Dach von „Juicy Beats“. Baby Universal (sehr selbstbewusst!) spielen zeitlosen Rock'n'Roll, haben einen charismatischen Sänger, der nicht nur stimmlich an Jim Morrison erinnert. Und Panteón Rococó sind Party-Granaten aus Südamerika, eine Texmex-Ska-Truppe, die gute Laune und Menschenfreundliches von der Bühne pumpt: „Kein Mensch ist illegal!“, in passablem Deutsch. Apropos Mexiko: Bei einem Festival mit 14 Bühnen ist man gut beraten, einen Lieblingsplatz zu finden, den man „Heimat“ nennt. Unser Herz schlägt für die Worldbeat-Bühne. Wo geschmeidige Körpermusik regiert. Wo die Mexikaner vom Nortec Collective eine heiße, coole Fusion aus House plus Samba-Perkussion plus Mariachi-Jazz-Gebläse und Akkordeon zelebrieren. Wow, das geht in die Beine, das hat Rasse! DJ Kosta Kostov und MC Killo Killo legen nach: Balkan-Feuer, indische Tablas, perlende Ragga-Rap-Vocals. Magnetisch, faszinierend.  Da können die „Teutonen“ auf der Hauptbühne nicht mithalten: Mouse on Mars – irgendwie bollerig, statisch, monoton „auf die Zwölf“ trotz Trommler. Die Laptop-Mucker von Digitalism setzen auch auf „fette“ Bässe, sind aber variabler im Grundschlag. Trotzdem: Der Marschtakt ist nicht auszutreiben. Mexiko tanzt, Deutschland nickt wuchtig mit dem Kopf.

Das Schöne bei „Juicy Beats“: Die Karawane kann immer weiterziehen. Tausende suchen den nächsten Kick. Wer nicht fündig wird, ist selber schuld. Das Festival wird sich immer wieder häuten und neu erfinden – als Teil der Dortmunder Visitenkarte ist es unverzichtbar.

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