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Diakonie geht neue Wege

Suchthilfe

Abstinenz – so hieß früher das oberste Gebot in der Suchthilfe. Heute verstehen die Beratungsstellen auch eine Reduktion des Alkoholkonsums als wichtigen Schritt. Die Diakonie geht das alte Thema Sucht neu an.

DORTMUND

von Von Susanne Riese

, 27.08.2010
Diakonie geht neue Wege

Alkohol, Tabletten, Drogen: Beratungsstellen wie die der Diakonie zeigen Wege aus der Sucht.

„Wir wollen weg von dem Paradigma, sich zum Alkoholismus bekennen zu müssen und zu der Entscheidung, abstinent zu leben“, erklärt Christel Botterbusch, Leiterin der Diakonie Fachstelle Sucht. Heute begreife die Beratungsstelle es als Überlebenshilfe, wenn ein Abhängiger von täglichem Schnapstrinken auf ein paar Bier umsteigt.  

„Konsumreduktion“, heißt dieser Baustein der neuen Suchthilfe. Seit drei Jahren gehört er zum Angebot der Fachstelle Sucht. „Damit erreichen wir beispielsweise die vielen jugendlichen Wochenendtrinker, die sich gar nicht vorstellen können, überhaupt nichts mehr zu trinken“, berichtet Christel Botterbusch. Manchmal sei völlige Abstinenz auch gar nicht nötig, es gehe darum, die Betroffenen zu einem genussvollen Konsum zu führen. Viele Menschen mit Alkohol- und anderem Suchtproblem möchten anonym bleiben. Ihnen und auch denjenigen mit wenig Zeit bietet die Diakonie seit neuestem eine Online-Beratung. „Wir beantworten jede Anfrage innerhalb von 48 Stunden“, sagt Christel Botterbusch. „So bunt wie das Leben“, seien die Probleme, die online gemeldet werden, von der besorgten Mutter mit dem kiffenden Sohn bis zur 70-Jährigen, die zu viele Medikamente schluckt. Gleichzeitig beteiligt sich die Diakonie ab Oktober an einem Pilotprojekt, in dem die Online-Beratung zur Suchtprävention in Betrieben aufgebaut werden soll. 

Für Dortmunder Unternehmen wird der Zugang jedoch erst ab 2012 möglich sein. In Zusammenarbeit mit der LWL-Klinik in Aplerbeck, dem Ev. Krankenhaus Lütgendortmund, dem Caritasverband und dem Reha-Verbundsystem hat die Diakonie auch die Therapie neu strukturiert. Seit etwa einem Jahr heißt es nicht mehr „ambulant oder stationär“, sondern es gibt auch flexible Kombinationsmöglichkeiten.

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