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Die City brummt - auch abseits der Thier-Galerie

Einkaufssamstag

Ja, ist denn schon Weihnachten? Den Eindruck konnten City-Bummler haben, die am Samstag durch die Innenstadt flanierten. Die war brechend voll und je mehr sich Besucher der Thier-Galerie näherten, um so trubeliger wurde es. Alles andere wäre auch verwunderlich gewesen. Beim Rundgang war zu erfahren, dass manche Händler ganz andere Sorgen als die Thier-Galerie drücken.

Dortmund

von Von Bettina Kiwitt

, 17.09.2011

Zunächst einmal: gegen 19 Uhr am Samstag schätzte Alexander Crüsemann, Center-Manager der Thier-Galerie, dass der Samstag gegenüber dem Eröffnungstag noch einen Tacken draufgelegt hat. Also 120.000 Besucher und noch etwas drüber. Und manchen Unkenrufen im Vorfeld zum Trotz: "Einen Verkehrskollaps hat es nicht gegeben." Die Feuertaufe ist also bestanden, auch das Weihnachtsgeschäft sollte zu wuppen sein.

   Doch auch abseits des neuen Magneten ist die City putzmunter, an manchen Stellen wie etwa der Brückstraße aber doch etwas verhaltener. Der Ostenhellweg ist jedoch alles andere als leer gefegt.

Die Kunden schleppen Tüten aus C&A, denn der Textilriese hatte auf die Konkurrenz einige hundert Meter entfernt reagiert: Auf das gesamte Sortiment gibt es ab Eröffnungstag der Galerie bis einschließlich Samstag 25 Prozent Rabatt. Das wirkte. Auch Olymp & Hades schräg gegenüber gewährte 25 Prozent Rabatt. „Wir sehen das Center als absolutes Highlight für Dortmund“, nimmt C&A-Filialleiter Thomas Rohlmann die Konkurrenz sportlich.

Ab ins Brückstraßenviertel: „Es ist heute schon sehr ruhig“, stellt Roswitha Rohmann von Samen Kretz in der Lütge Brückstraße fest. Allerdings glaubt sie nicht, dass die Thier-Galerie ihrem Geschäft schaden wird. Dort gebe es ihr spezielles Sortiment aus Blumenzwiebeln, Saaten und Schädlingsbekämpfungsmitteln gar nicht. „Aber andere hier werden die Galerie schon merken“, ist sie sicher.

Mehr als um den neuen Einkaufsmagneten macht sich Roswitha Rohmann Gedanken um den Ladenmix im Brückstraßenviertel. Sie wünscht sich eine vielfältigere Mischung der Geschäfte, „dass es auch ein Angebot für das ältere Publikum gibt“. Da könne sich der neue Brückstraßen-Manager Rolf Kuttig mal drum kümmern.Nadine Heinze, die am Wochenende in der Boutique Scape ihr „Taschengeld“ aufbessert, ist sicher, dass die Galerie dem Brückstraßenviertel schaden wird. „In der Galerie gibt es alles unter einem Dach.“ Ein Anbieter wie Primark biete preiswerte Mode in guter Qualität.

In der Brückstraße hingegen gebe es viele Läden, bei denen die Qualität überhaupt nicht stimme. Die 30-Jährige hat selbst am Eröffnungstag der Galerie zwei große Tüten bei Primark herausgeschleppt. Und die Fotografin weiß: „Hier im Brückstraßenviertel machen bis zum Ende des Jahres noch einige Geschäfte zu.“

„Wir haben hier immer noch einen guten Lauf. Wir haben es uns schlimmer vorgestellt“, ist Jessica Quellmalz von Macao am Anfang der Brückstraße der positiv überrascht. Sie ist überzeugt: „Dortmund lebt vom Westenhellweg.“ Daran ändere auch das Center nichts. Sie selbst sei kein Freund der Center, sie laufe lieber bei Tageslicht durch die Straßen. „Leider machen in der Brückstraße die ganzen Billiganbieter das Bild kaputt", sagt sie, „wir haben gedacht, das wird mit dem Konzerthaus besser.“

Bei Optik Art an der Kleppingstraße läuft an diesem Samstag das Geschäft ebenfalls „ganz normal“, so Inhaber Thorsten Grote. Er hoffe, dass das Center für Dortmund eine Bereicherung wird. Volker Pauli , seit sechs Jahren mit pauli + friends an der Kleppingstraße beheimatet, macht weniger das Center Sorgen, als vielmehr die umliegenden Geschäfte und deren Öffnungs- bzw. Schließungszeiten. Denn am Samstag um 16 Uhr drehen viele bereits den Schlüssel um, Pauli hält zwei Stunden länger durch.

Und dann gebe es noch einige, die montags gar nicht öffneten. „Es ist schade, dass hier nicht alle an einem Strang ziehen.“ Es habe so ehrgeizige Pläne mit dem Rosenviertel gegeben, aber das Geld sei lediglich für teure Berater verpulvert worden, passiert sei nichts. Trotzalledem: Mit dem Standort und der Entwicklung seines Geschäft sei er zufrieden. Während es in der Kleppingstraße Richtung Wall also nach 16 Uhr schon ziemlich ruhig ist, surrt es in der Thier-Galerie wie in einem Bienenstock und ähnlich warm ist es auch. Die Menschen schieben sich durch die Gänge, schlechte Karten hat, wer gegen den Strom schwimmen will.  „Heute ist die Frequenz noch höher als am Eröffnungstag“, berichtet Christiane Stamm, Vertriebsleiterin bei Gerry Weber. „Ich bin sehr zufrieden.“ Das Center sei richtig schön, die Eröffnung toll organisiert, das habe sie auch schon anders erlebt.

Bei Görtz 17 im Lensing-Carrée ist es ebenfalls ein Kommen und Gehen. Filialleiterin Silvia Dheini liebt den Rummel. „Ich hoffe, dass es hier so weitergeht.“ Sie habe Kunden, die aus Wuppertal und Bielefeld nach Dortmund zum Einkaufen kommen. „Es muss nicht Düsseldorf oder Köln sein.“ Ein gutes Schlusswort.

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