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Die Mussorgsky-Disco der Philharmoniker mit Super Flu

Groove Symphony im Konzerthaus

Wer erwartet hatte, die "Bilder einer Ausstellung" ziemlich klassisch mit ein paar Elektronik-Verzierungen zu hören, der machte große Augen: Beim Groove-Symphony-Konzert am Montagabend nahmen die Philharmoniker und das Elektronik-Ensemble Super Flu die Mussorgsky-Komposition als Sprungbrett - und sprangen nicht immer weit genug.

DORTMUND

, 17.11.2014

So wie beim ersten Groove-Symphony-Konzert vor einem Jahr (mit den Beatamines und David Jach und Variationen von "Die Planeten" von Gustav Holst) macht es auch dieses Mal im Konzerthaus Spaß, die Klassik-Pros der Philharmoniker mit Elektronik-Musikern spielen zu sehen und zu hören. Sie setzten mit Super Flu auf Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" an - und nennen sie im Programm "Schilder einer Baustelle" :) - und hoben dann in etwas völlig Anderes ab. In etwas, bei dem im besten Fall die Klangfarben und der musikalische Ausdruck der Philharmoniker mit den elektronisch erzeugten oder gesampelten Sounds und Beats von Super Flu zu etwas Neuem verschmolzen.

Dieser Abend hatte solche Momente. Zum Beispiel zu Anfang, als nach dem bekannten Bilder-einer-Ausstellung-Eröffnungsmotiv der Bläser der Beat von Super Flu einsetzte: eine pulsierende Bassdrum, die die Streicher der Philharmoniker mit einer kurzen, wiederkehrenden Phrase begleiteten, sie anhoben und ihr Farbe gaben. Das Licht auf der Bühne wechselte mit den Stimmungen der Partitur und der Tracks, untermalte und verstärkte sie. Die analogen Instrumente und die elektronischen Sounds malten zusammen neue musikalische Bilder, in die man sich gerne noch länger reinhören würde. Das Publikum im ausverkauften Konzerthaus feierte die Musiker stehend mit langem Applaus.

Es war andererseits etwas weniger, als es hätte sein können. Das lag zum einen am Sound, hin und wieder schluckte das Orchester die Elektroniker, die man dann an den Knöpfen drehen sah, aber nicht hörte. Zum anderen bauten sich einige analog-digitale Klanggebäude vielversprechend auf, verebbten aber früher als erhofft. Kopfnicken ja, Tanzen nein. Nichtsdestotrotz: Die Philharmoniker gehen mit den Groove-Symphony-Konzerten in eine gute Richtung. Das Format ist spannend, weil es experimentell ist. Der Abend mit Super Flu macht auf jeden Fall eins: Lust auf die nächste Groove Symphony.

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