Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die vier wichtigsten Fakten zu Dortmunds Haushalt

Etat-Entwurf 2015

Über 2,1 Milliarden Euro Ausgaben, ein Haushaltsloch von 78,4 Millionen Euro, nur sechs Millionen Euro Puffer zur Haushaltssicherung - das sind die Eckdaten des Dortmunder Etat-Entwurf 2015. Am Donnerstag wurde das 1227-Seiten-Werk dem Rat vorgelegt. Wir zeigen die vier wichtigsten Grafiken.

DORTMUND

, 13.11.2014
Die vier wichtigsten Fakten zu Dortmunds Haushalt

Das Dortmunder Rathaus von oben.

„Sehr ambitioniert, aber genehmigungsfähig“. So umschreibt Kämmerer Jörg Stüdemann seinen Haushaltsentwurf für das Jahr 2015, den er am Donnerstag im Rat vorlegte. Darin noch manche bittere Pille, die der Rat schlucken müsste. Dennoch – auch nach drei Konsolidierungsrunden der Verwaltung in diesem Jahr mit Potenzial für 55 Mio. Euro steigen die Schulden, und das Vermögen der Stadt schrumpft weiter. Gibt die Stadt bei einem 2-Milliarden-Haushalt nur 6,4 Mio. Euro mehr aus und verbrennt so weiteres Vermögen, droht sie ihre finanzielle Handlungsfähigkeit zu verlieren und unter das Spardiktat der Kommunalaufsicht zu rutschen.

  Dortmunds Schuldenberg wächst - seit 2001 hat er sich mehr als verdoppelt. Dabei wächst der Anteil der Liquiditätskredite stetig, um laufende Kosten zu decken – gewissermaßen der Überziehungskredit der Stadt. Die Investitionskredite liegen bei rund 800 Millionen Euro. 2015 soll die Stadt 54,7 Mio. Euro an Investitionskrediten etwa für Straßenbau neu aufnehmen dürfen, 6 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Mit den Schulden steigt auch die jährliche Zinsbelastung für die Stadt. 56,6 Mio. Euro an Zinsen wird die Stadt voraussichtlich in 2015 zahlen müssen.

An Steuern und ähnlichen Abgaben erhofft sich die Stadt insgesamt 743,6 Millionen Euro. Das sind fast 100 Millionen Euro mehr als im Vorjahr veranschlagt (657 Mio. Euro). Den größten Anteil hat die Gewerbesteuer, die für 2015 mit fast 299 Mio. Euro taxiert ist – knapp 5 Mio. Euro weniger als im letzten Jahr geplant. Aus der Grundsteuer, die alle Haus- und Grundstückseigentümer zahlen müssen, will die Stadt 123,9 Mio. Euro erzielen, 19 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Das liegt an der geplanten Erhöhung um rund 20 Prozent. Sie ist das Kernstück, mit dem der Kämmerer dem Haushalt über die Hürde helfen will.

Der Gemeinde-Anteil aus der Einkommenssteuer liegt bei 216,6 Prozent. Ein wichtiger Posten sind auch die Schlüsselzuweisungen des Landes. Hier stehen 501,3 Millionen Euro für 2015 in Aussicht.

Steigende Sozialkosten drücken die Stadt weiterhin. Sie klettern gegenüber diesem Jahr erneut um 32 Millionen auf 417,1 Mio. Euro. Einen Großteil bekommt die Stadt von Bund und Land erstattet. Als Umlage an den Landschaftsverband muss die Stadt 173 Mio. Euro zahlen, unter anderem als Eingliederungshilfe für Behinderte. Die Jugendhilfekosten sollen im Vergleich zu 2014 um rund vier Mio. auf 105,5 Mio. Euro sinken. An Personalkosten sind 343,1 Millionen Euro veranschlagt. Verantwortlich für die Steigerung um rund 11 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr sind unter anderem Tarif- und Besoldungssteigerungen.

Das steht in den Sternen. Laut mittelfristiger Finanzplanung wird im Jahr 2018 immer noch ein Loch von 41 Millionen Euro klaffen – und die Stadt damit weiterhin ihr Vermögen verzehren. Wie schnell und wie extrem sich diese Prognosen ändern können, zeigt ein Vergleich mit der Prognose aus dem Etat-Entwurf 2014: Dort hoffte die Stadt noch, schon 2017 ein Plus von 6,8 Mio. Euro zu machen.

Lesen Sie jetzt