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Diente ein Autohandel als Drogenumschlagplatz? Die mutmaßlichen Kuriere stehen vor Gericht

Dortmunder Landgericht

Ein Autohändler und zwei mutmaßliche Kuriere: Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, einen Dortmunder Drogenring gesprengt zu haben. Vor Gericht hängt aber alles von einem einzigen Zeugen ab.

Dortmund

, 07.09.2018

Peilsender, Telefonüberwachungen und heimliche Verfolgungen: Wochenlang ist das Umfeld eines Gebrauchtwagen-Händlers aus dem Nordosten von Dortmund intensiv beschattet worden. Am Ende waren sich die Ermittler sicher: Es geht nicht nur um Autos, sondern auch um Kokain und Marihuana.

Der Autohändler selbst steht bereits seit Wochen vor Gericht. Am Freitag hat nun auch der Prozess gegen zwei seiner mutmaßlichen Kuriere begonnen. Den beiden 41 und 46 Jahre alten Albanern wird vorgeworfen, zwischen Januar 2016 und Dezember 2017 regelmäßig Drogen am Platz des Autohändlers abgeliefert zu haben. Das Rauschgift kam laut Anklage aus Essen und war für die Dortmunder Szene bestimmt.

Straßenverkaufswert: 1,5 Millionen Euro

Insgesamt geht es im Prozess um mehr als 200 Kilo Marihuana und über 20 Kilo Kokain. Der Straßenverkaufswert soll sich auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen. Laut Anklage sind die Kuriere einmal pro Woche bei dem Dortmunder Autohändler aufgetaucht. Der Hof des Händlers diente angeblich als eine Art Umschlagplatz. Von dort soll das Rauschgift später in kleineren Portionen weiterverkauft worden sein.

Bei einer Durchsuchung sollen dort tatsächlich Drogen und auch eine Waffe gefunden worden sein.

Informant im Zeugenschutzprogramm

Tippgeber war angeblich ein Insider, der sich inzwischen im Zeugenschutzprogramm befindet. Da sich die beiden seit Freitag angeklagten Kuriere zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen geäußert haben und auch der parallel angeklagte Autohändler kein Geständnis abgelegt hat, hängt der Ausgang beider Prozesse vor allem von seiner Glaubwürdigkeit ab.

Eine blütenweiße Weste soll der Mann allerdings nicht haben. Angeblich ist er nicht nur mehrfach vorbestraft, sondern soll in Deutschland zuletzt auch unter falschen Personalien gelelebt haben.

Im Prozess gegen die beiden Kuriere haben die Verteidiger am Freitag erst einmal die Besetzung des Gerichts gerügt. Darüber muss nun erst einmal entschieden werden.

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