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Dortmunder Forscher entwickeln Aufklärungsdrohnen

DORTMUND Die schwarze Rauchsäule über der brennenden Brauerei ist kilometerweit zu sehen. Doch wie gefährlich ist sie für die Bürger? Das will die Feuerwehr demnächst mit einem Schwarm von Mini-Hubschraubern herausfinden.

von Von Andreas Wegener

, 22.08.2008
Dortmunder Forscher entwickeln Aufklärungsdrohnen

Prof. Dr.-Ing. Christian Wietfeld von der TU Dortmund zeigt eine Drohne.

Noch sind diese High-Tech-Drohnen, die in der Luft selbstständig Messungen durchführen und an die Leitstelle übermitteln, Zukunftsmusik. Doch im Projekt „Airshield“ arbeiten zahlreiche Experten aus Forschung und Industrie mit Hochdruck an der Umsetzung – mit drei Mio. Euro fördert das Forschungsministerium jetzt die Entwicklung. „Der unkontrollierte Austritt von Gefahrenstoffen ist eine große Herausforderung. Dabei geht es nicht nur um Brände – auch Radioaktivität bei Reaktorunfällen oder Giftgasanschläge durch Terroristen wären wichtige Einsatzgebiete“, erläutert Prof. Christian Wietfeld, Projekt-Koordinator bei der TU Dortmund. Zunächst geht es aber um Großbrände. Derzeit kann die Feuerwehr Schadstoffmessungen meist nur in Bodennähe durchführen. Feuerwehr-Chef Klaus Schäfer: „Diese Ergebnisse sind meist wenig aufschlussreich. Durch die Thermik bei einem Großbrand ziehen die Brandgase schnell nach oben ab.

Für uns ist es dann wichtig, an welcher Stelle sie wieder zu Boden kommen.“ Die unbemannten Flugkörper sollen den Experten wichtige Analysen zur Ausbreitungsrichtung liefern. „Dann kann die Einsatzleitung früh entscheiden, ob in dem Bereich nur die Fenster geschlossen oder ganze Gebiete evakuiert werden müssen“, sagt Christian Wietfeld. Die Drohnen dürfen maximal fünf Kilo wiegen – sonst gibt es keine Fluggenehmigung. Eine große Herausforderung für das Dortmunder Unternehmen GfG, das die Gas-Messtechnik entwickelt. „Auf diesem Gebiet sind wir Technologieführer. Jetzt geht es um jedes Gramm, was wir bei den Sensoren sparen können“, sagt Geschäftsführer Hans-Jörg Hübner. Die Forscher müssen aber auch noch weitere Hürden meistern. So sind die Drohnen bei starkem Wind zu instabil, zudem muss ihre Flugdauer verlängert werden. Die Prototypen wird die Dortmunder Feuerwehr auf ihre Praxistauglichkeit testen – vielleicht schon 2011.

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