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Dortmunder Gemeinde gewährt Kirchenasyl in einem Härtefall

Kirchenasyl

Erst vor wenigen Wochen ging ein Kirchenasyl in Dortmund zu Ende. Jetzt gewährt eine andere Gemeinde einer jungen Nigerianerin Kirchenasyl, der durch Menschenhändler Gefahr droht.

Dortmund

, 25.07.2018

Eine weitere Gemeinde in Dortmund hat jetzt ein Kirchenasyl für eine junge Frau aus Nigeria ausgerufen, nachdem vor Kurzem ein Kirchenasyl in Dortmund erfolgreich beendet wurde.

Das teilt der Evangelische Kirchenkreis Dortmund mit. Das Presbyterium der Kirchengemeinde und der Kirchenkreis seien einvernehmlich davon überzeugt, dass hier ein besonderer Härtefall vorliege, also eine Gefahr für Leib und Leben.

Die alleinstehende Frau, der Schutz gewährt wird, ist christlichen Glaubens und kommt aus Nigeria. Sie soll nach Italien zurückgebracht werden, ist dort aber von Menschenhändlern bedroht. „Experten haben uns versichert: Die Behörden dort können ihr derzeit keine sichere Unterbringung garantieren“, so der für die Kirchenasylberatung zuständige Pfarrer Friedrich Stiller.

Kirchenasyl schafft Aufschub

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurde entsprechend den zwischen Staat und Kirche 2015 verabredeten Regeln vorab informiert. Denn ein Kirchenasyl ist nach Auffassung der Evangelischen Kirche kein Verstecken von Flüchtlingen und beansprucht keinen rechtsfreien Raum. Vielmehr stellt sich die asylgewährende Gemeinde vorübergehend zwischen Behörde und Betroffene.

Dazu ist ein Beschluss des Leitungsgremiums der Gemeinde notwendig. Dieses Vorgehen hatte erst vor wenigen Tagen die westfälische Präses Anette Kurschuss, die leitende Geistliche der Landeskirche, bekräftigt. Sie spricht von einem Zeitfenster, einem Moratorium, dass Gelegenheit gibt, den Einzelfall im Detail zu überprüfen.

Erneute Prüfung möglich

Bei den bisherigen Kirchenasylen in evangelischen Gemeinden Dortmunds konnte erreicht werden, dass die Geflüchteten ihren Fall hier in Deutschland vortragen durften. Das erhoffen sich die Kirchenleute auch diesmal.

Für die Kirchengemeinden sei Kirchenasyl eine große Verantwortung, weil sie die existenzielle Grundversorgung mit Nahrung, Kleidung und Wohnung, notfalls auch ärztliche Hilfe organisieren und finanzieren muss, teilt der Evangelische Kirchenkreis mit. Darum wurde ein Kreis aktiver Ehrenamtliche als Unterstützer gebildet. Wichtig sei der Gemeinde auch die seelsorgliche Begleitung.

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