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Drei Jahre Gefängnis für tödliche Spritztour

Horror-Unfall

Im Mai 2011 klauten drei junge, betrunkene Männer einen Kleinlaster in Huckarde. Ihre Spritztour endete in einem Horror-Unfall. Ein 17-Jähriger starb, die anderen flüchteten. Jetzt stand der Fahrer vor Gericht.

DORTMUND

von Von Werner von Braunscheig

, 11.06.2012
Drei Jahre Gefängnis für tödliche Spritztour

Der Fahrer wurde am Montag vor dem Landgericht verurteilt.

Er war völlig betrunken, fuhr im Zick-Zack-Kurs an die Leitplanke und nahm seinem Freund das Leben: Vor einem Jahr rasten ein 19-jähriger Dortmunder und zwei Freunde (17 und 18) nachts mit einem geklauten Kleinlaster durch die Stadt. Jetzt ist einer von ihnen tot - und der andere muss ins Gefängnis.Alte Verurteilungen eingeflossen Drei Jahre Jugendhaft: Das ist die Strafe, die das Jugendschöffengericht am Montag gegen den Todesfahrer verhängt hat. In die Strafe sind noch alte Verurteilungen mit eingeflossen. Die tödliche Spritztour passierte in der Nacht auf den 31. Mai 2011. Die drei Freunde hatten gefeiert, gegen drei Uhr irrten sie zu Fuß durch die Straßen. In Huckarde klauten sie einen hellblauen Kleinlaster. Der 19-Jährige (drei Promille) setzte sich ans Steuer, seine Freunde daneben. Der Fahrer steuerte den Laster in Schlangenlinien über die Straßen.  Auf der Emscherallee kam es zur Katastrophe: Das spätere Opfer hatte die Beifahrertür geöffnet, wollte aussteigen, der Fahrer wollte das verhindern, lenkte den Laster gegen die Leitplanke – und quetschte seinen Kumpel qualvoll ein. Der 17-Jährige erlitt schwerste innere Verletzungen, verstarb zehn Tage später an Multiorganversagen.Drei Stunden gelitten Unfassbare drei Stunden war der 17-Jährige zwischen Planke und Laster eingeklemmt, wurde immer schwächer, Arme und Beine hingen aus der Tür. Um ihn zu befreien, mussten mehrere Meter Leitplanke abmontiert werden. Als der um sein Leben ringende Mann in den Morgenstunden endlich entdeckt wurde, hatten sich seine Freunde aus dem Staub gemacht. „Ich denke jeden Tag daran“, sagte der Todesraser vor Gericht. Er und sein Freund (18) hatten damals noch versucht, Hilfe herbei zu telefonieren, waren aber nicht in der Lage gewesen, den Unfallort zu beschreiben. Irgendwann war das Duo dann abgehauen. Hätte der 17-Jährige innerhalb der ersten halben Stunde Hilfe bekommen, wäre er wohl noch am Leben.

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