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Dreijähriger ist Opfer des PCB-Skandals

Envio

Der PCB-Skandal um den Entsorger Envio zieht immer weitere Kreise: In Lünen ist eine ganze Familie betroffen.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 10.08.2010
Dreijähriger ist Opfer des PCB-Skandals

Die PCB-Firma Envio.

Der Vater, ein Leiharbeiter bei Envio, hat den krebserregenden Staub offensichtlich mit der Arbeitskleidung ahnungslos zu Hause eingeschleppt.

Sein dreijähriger Sohn und seine Frau weisen wie er erhöhte PCB-Werte im Blut auf. Experten vermuten, dass das PCB von der Arbeitsmontur über die Waschmaschine in die Kleidung der übrigen Familie gelangte, da alles zusammen in einer Trommel gewaschen wurde, so Stadtsprecher Udo Bullerdieck. Die ganze Familie war gestern zu einer weitergehenden Dioxin- und Furanuntersuchung im Uniklinikum Aachen, das für die Berufsgenossenschaft die medizinische Betreuung und Nachsorge der Betroffenen Envio-Mitarbeiter übernommen hat. Der Junge weist bei dem Dioxin-ähnlichen PCB 118 einen auffällig erhöhten Wert auf, ebenso bei den niedrigchlorierten PCB-Verbindungen. 

Dennoch kommt das Institut, dass die toxikologische Bewertung im Auftrag des Landesumweltamtes vorgenommen hat, zu dem Ergebnis, dass die Gesamtkörperbelastung des Jungen mit PCB um mehr als die Hälfte unter dem „vorläufigen gesundheitlichen Richtwert“ für Säuglinge und Kleinkinder liegt. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Deshalb werden in den nächsten Tagen Staubproben aus der Wohnung der Lüner Familie genommen. Sollte man dort auffällige PCB-Werte finden, seien auch weitere Proben im Kindergarten des Jungen denkbar, so Bullerdieck, da das Gift möglicherweise auch über Textilfasern verbreitet werden kann.

Eine Vorsichtsmaßnahme, betont Bullerdieck, ebenso wie die PCB-Proben, die die Stadt jetzt aus dem Sand in der ehemaligen Strandbar Solendo im Hafen nehmen will.   Bei vorangegangenen Beprobungen auf Spielflächen im Fredenbaumpark waren keine Belastungen festgestellt worden. Die Sandproben im Solendo halte die Stadt deshalb nicht für erforderlich, so Bullerdieck, „aber wir machen es zur Beruhigung“. 

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