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Druck von Nazis: Vermieter will Vertrag mit Kulturtreff auflösen

Ladenlokal in der Nordstadt

Die Bedrohungen von Dortmunder Neonazis gegen einen Immobilien-Besitzer gehen offenbar auf: Der Eigentümer eines Hauses an der Scharnhorststraße 50 in der Nordstadt will den noch jungen Mietvertrag für ein Ladenlokal nach Angaben seiner Mieter auflösen. Die wollen dort einen Kulturtreff aufbauen - und weiter dafür kämpfen.

DORTMUND

, 01.03.2016
Druck von Nazis: Vermieter will Vertrag mit Kulturtreff auflösen

Fotograf Hendrik Müller und Sascha Bender im Ladenlokal an der Scharnhorststraße. Sie wollen dort ein Fotoaltelier und einen alternativen Kulturtreff aufbauen.

„Er hat gehofft, dass wir sagen: Wir gehen raus“, lautet das Fazit des Fotografen Hendrik Müller nach einem Gespräch mit dem Eigentümer, der sich unserer Redaktion gegenüber nicht äußern will. In dem Laden sollen ein Fotoatelier und ein alternativer Buchladen einziehen.

Rechtsextremisten bezeichneten die Mieter als gewalttätige Linksautonome. Ihnen und dem Eigentümer kommen sie jetzt nahe: Mittwoch wollen sie vor dem Haus an der Scharnhorststraße und vor dem Büro des Immobilien-Händlers demonstrieren.

"Die Nazis machen ihm Angst"

Hendrik Müller zeigt Verständnis für die Sorgen des Eigentümers: „Die Nazis machen ihm Angst. Sie drohen ihm mit Sachbeschädigungen an dessen Häusern. Jetzt gehen sie gegen ihn vor, weil sie linksradikale Mieter vermuten. Was ist, wenn ein Kunde des Maklers ein Jude ist?“, fragt Müller.

Der Fotograf: „Wir unternehmen nichts, was den Nachbarschaftsfrieden stören könnte. Und wir möchten das Ladenlokal weiter nutzen.“ Der Vermieter prüfe jetzt, wie der Vertrag aufzulösen sei.

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