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Eine Frau stellt das erste Straßenfest der Tamilen auf die Beine

Unionviertel

Der Verein für tamilische Künstler feiert am 8. September ein Straßenfest. Eines, das es in Dortmund noch nicht gegeben hat. Eines, das mit viel Musik, Essen und Tradition aufwarten wird.

Unionviertel

, 11.07.2018
Eine Frau stellt das erste Straßenfest der Tamilen auf die Beine

Kalainithy Shabesan, Vorsitzende des Vereins für tamilische Künstler in Dortmund, plant für den 8. September ein tamilisches Straßenfest im Unionviertel. © Michael Nickel

Hoffnungen und Wünsche können schon mal ganze Seiten füllen. Manchmal passen sie aber auch in einen einzigen Satz: „Die Menschen sollen an diesem Tag das Gefühl haben, dass sie in Jaffna sind.“

Das Gefühl von Sri Lanka in Dortmund

Das sagt Kalainithy Shabesan. Sie ist Vorsitzende und Gründungsmitglied des Vereins für tamilische Künstler in Dortmund. Und Jaffna ist eine Stadt im Norden Sri Lankas – und der vermutlich wichtigste Ort der dort lebenden Tamilen.

Diesen Ort will Shabesan mit ihrem Verein für einen Tag ins Unionviertel holen. Am 8. September, einem Samstag, soll von 9 bis 20 Uhr das erste Straßenfest der Tamilen stattfinden.

Eine Community wie in London und Paris

„Das gab es so vermutlich auch in Deutschland noch nirgendwo anders“, sagt Shabesan. In Dortmund, insbesondere rund um die Rheinische Straße, lebt die größte tamilische Community Deutschlands. Eine ähnlich hohe Dichte an tamilischen Restaurants, Supermärkten, Bekleidungsgeschäften und Reisebüros gibt es in Europa so wohl nur noch in London und Paris.

Vor drei, vier Monaten, so sagt Kalainithy Shabesan, sei die Idee für das Fest entstanden. Ihr Mann und Kumar Kumarasamy, Vorstandsvorsitzender des Verbunds der sozial-kulturellen Migrantenvereine Dortmund (VMDO) und Gründer des Vereins Tamilische Kultur Dortmund (TKD), haben sich gefragt: Warum machen wir nicht auch was für die Öffentlichkeit?

Ein interkulturelles Fest für Jedermann

Der Verein für tamilische Künstler, nicht zu verwechseln mit dem TKD, bietet in seinen Vereinsräumen an der Rheinischen Straße unter anderem Tanz- und Sprachkurse an. „Wir feiern hier auch immer ein schönes Neujahrsfest“, sagt Kalainithy Shabesan.

Aber meist sind die Tamilen dann doch unter sich bei solchen Veranstaltungen. Das soll sich mit dem Straßenfest im September ändern. Es soll ein interkulturelles Zusammentreffen für jedermann werden in der Annenstraße und einem Teil der Adlerstraße. „Wir wollen typische Sachen aus der tamilischen Kultur zeigen.“

Bis zu 100 Künstler und 2000 Besucher kommen

Dazu gehören Tänze, ebenso wie Musik – und vor allem Essen. Das Reisgericht Biryani wird es geben, tamilische Frühlingsrollen auch, und Dosa, eine Art Pfannkuchen. „Wir sagen den Ausstellern: Macht etwas Außergewöhnliches.“

Bis zu 100 Künstler werden auf der Bühne stehen, 15 Stände sollen aufgestellt werden. Für die Eröffnung schlüpfen die Organisatoren in traditionelle tamilische Kleidung. Das Programm ist noch nicht komplett fertig, das soll sich aber zeitnah ändern. Fest steht für Kalainithy Shabesan auf jeden Fall: „Es wird kunterbunt. Wir rechnen mit gut 2000 Besuchern.“ Schon an normalen Wochenenden kommen hunderte Tamilen aus ganz Deutschland, um in Dortmund einzukaufen und zu essen.

Der Verein braucht noch Unterstützung

Gut 15 Stunden pro Woche investiert Shabesan neben der Arbeit in die Organisation des Festes, auch privates Geld hat sie dafür schon in die Hand genommen. Die Bezirksvertretung Innenstadt-West hat ihr in der vergangenen Woche mit Gegenstimme der AfD 3000 Euro Unterstützung zugesichert.

Doch sie und der Verein benötigen weitere Hilfe und Sponsoren. „Wir haben aber ein gutes Gefühl“, sagt Kalainithy. „Und wenn es gut läuft, dann möchten wir das Fest jedes Jahr veranstalten.“ Noch eine Hoffnung – und auch sie passt in nur einen einzigen Satz.

Die Tamilen sind ein Volk vom indischen Subkontinent. Sie leben vor allem in Südindien und Sri Lanka. Wer den Verein für tamilische Künstler bei der Planung und Durchführung des Straßenfestes unterstützen möchte, kann sich bei Kalainithy Shabesan melden unter Tel. (0176) 80 14 33 38 und per Mail an nmkalai@yahoo.de
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